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06.09.2013 Dritte Interdisziplinäre Sommerakademie Rostock (ISAR) erfolgreich verlaufen - Etablierung einer Sommerschultradition in Rostock

Kategorie: Philosophische Fakultät

Im Rahmen der dritten Interdisziplinären Sommerakademie Rostock (ISAR) beschäftigten sich 27 Teilnehmende aus 13 unterschiedlichen Ländern zwei Wochen lang mit dem Thema des Übersetzens.

Am vergangenen Wochenende ging die dritte Interdisziplinäre Sommerakademie Rostock (ISAR) zu Ende, die vom 18. August bis zum 1. September unter dem Titel „Im Wald der Übersetzungen. Aktuelle Wege und Perspektiven des Übersetzens“ in Rostock stattfand. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Buschmann (Romanistik) und der organisatorischen Leitung von Prof. Cap (Informatik) und Prof. Holznagel (Germanistik) setzten sich 27 Studierende aus 13 unterschiedlichen Ländern zwei Wochen lang mit Fragen des Übersetzens auseinander. Dank der großzügigen Förderung der Sommerschule durch den DAAD mit 25.000Euro konnten in diesem Jahr u.a. Teilnehmende aus Polen, Russland, Spanien, Frankreich, Litauen und sogar aus Ägypten und Tadschikistan in Rostock begrüßt werden.

Die schrittweise Annäherung an das Thema „Übersetzen“ wurde durch die unterschiedlichen inhaltlichen Module des akademischen Programms gewährleistet. Neben einer Initialeinheit zu Theorien und Modellen des Übersetzens gab es Module zum „Sprachwandel als Herausforderung“, zur „Übersetzung von Diskursen“ sowie Module zur Übersetzung von Wissenschaft und der formalen Computersprachen. Zum Abschluss der ISAR ging es noch einmal um das Übersetzen im „eigentlichen“ Sinne: in einem Workshop mit dem renommierten Übersetzer Frank Heibert mit anschließender Podiumsdiskussion und Lesung in der Anderen Buchhandlung standen die stilistischen Fragen des Übersetzens von Literatur im Mittelpunkt des Interesses.

Reflexive Schleifen rundeten die einzelnen Module ab und führten modulübergreifend Ergebnisse zusammen. Auf diese Weise wurde aus dem disziplinären Nebeneinander der verschiedenen Forschungsansätze ein interdisziplinäres Miteinander, in dem die Verbindungen zwischen den Einzeldisziplinen nicht nur herausgearbeitet, sondern auch für die konkrete praktische Anwendung nutzbar gemacht wurden.

Doch nicht nur wissenschaftlich, sondern tagtäglich lautete das Motto der ISAR „Übersetzen“, denn die Verständigung der internationalen Teilnehmenden untereinander war nichts anderes als ein permanenter interkultureller Übersetzungsvorgang, bei dem das, was in den Lehreinheiten theoretisch diskutiert und erarbeitet wurde, praktisch konkret erfahrbar war.

Zwischen den straff organisierten Lehreinheiten bot ein abwechslungsreich gestaltetes Rahmenprogramm den ISAR-Teilnehmenden Auflockerung: als besonders wohltuend erwies sich eine Kutterfahrt vor Warnemünde, bei der ein frischer Ostseewind für die Abkühlung der rauchenden Köpfe sorgte. Während unsere Gäste bei einer Exkursion in die Hansestadt Hamburg Großstadtluft schnupperten und sich mit Fragen der Museumspädagogik auseinandersetzten, lockte eine Exkursion ins benachbarte Wismar die Studierenden auf die Spuren der norddeutschen Backsteingotik, wobei der Besuch eines traditionellen Brauhauses hierbei einen der Höhepunkte darstellte. Eine Nachtwächterstadtführung durch Rostock und ein Theaterbesuch im Klostergarten rundeten das Programm ab.

Die ISAR wurde sowohl von Seiten der Teilnehmenden wie auch von Seiten der Leitung positiv wahrgenommen. So werteten die leitenden Professoren die Sommerakademie als Erfolg und auch das Organisationsteam, das durch den Arbeitskreis mediävistischer NachwuchswissenschaftlerInnen (AmN) und die Stipendiaten des Departments „Wissen–Kultur–Transformation“ unterstützt wurde, bestätigt, dass „die ISAR ohne weiteres an die Erfolge der vergangenen beiden Jahre anknüpfen konnte.“ Die jährlich steigenden Bewerberzahlen geben diesen Aussagen Recht. Sie zeigen auch, dass eine erhöhte Nachfrage nach alternativen Lehrangeboten, etwa in Form von Sommerschulen, besteht.

Seit nunmehr drei Jahren bereichern die durch Prof. Cap (Informatik) und Prof. Holznagel (Germanistik) ins Leben gerufenen Interdisziplinären Sommerakademien die Sommersemester der Universität Rostock. Denn die ISARs stellen nicht nur eine wichtige Erweiterung des Lehrangebots dar, sondern sie repräsentieren darüber hinaus die Universität Rostock als attraktiven Studienort im In- und Ausland. Durch ihre hohe Anzahl internationaler Teilnehmender leisten die Interdisziplinären Sommerakademien außerdem einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der Universität Rostock.

Das Lehrprogramm der ISAR, das von ProfessorInnen, wissenschaftlichen MitarbeiterInnen, Post-Docs und DoktorandInnen der Universität Rostock getragen wird, bietet den Teilnehmenden umfangreiche Einblicke in aktuelle Forschungsthemen und wissenschaftliche Diskurse. Gleichermaßen ermöglicht es besonders den Rostocker NachwuchswissenschaftlerInnen, durch die Konzipierung eigener Lehreinheiten Erfahrungen in der akademischen Lehre zu sammeln.

Die ersten drei Interdisziplinären Sommerakademien legen einen soliden Grundstein für eine Rostocker Sommerschultradition. Die ISARs ermöglichen jungen Menschen unterschiedlicher Kulturen über einen in erster Linie wissenschaftlichen Kontakt den persönlichen und kulturellen Austausch. Damit leisten die Sommerakademien einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Weltoffenheit und Toleranz, was heute von hohem gesellschaftlichen Wert ist.

So blicken wir erwartungsvoll der ISAR IV entgegen, die voraussichtlich im August 2014 zu dem topaktuellen Thema „Überwachung“ stattfinden soll. Weitere Informationen finden sich unter https://isar.uni-rostock.de/index.php?id=isar.  

 

Lisa Kranig 

Universität Rostock
Interdisziplinäre Fakultät
Department „Wissen – Kultur – Transformation“
Wismarsche Straße 08
18057 Rostock

Email: Lisa.Kranig(at)uni-rostock.de

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