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01.09.2011 LexikonModernerMythen: Rostocker DFG-Projekt untersucht Phänomene, Binnenstrukturen und Kanonisierungsprozesse des Mythischen in der Moderne

Kategorie: Philosophische Fakultät

Was sind ‚moderne Mythen? Gibt es sie überhaupt, oder hat lediglich die inflationäre alltagssprachliche Verwendung des Mythosbegriffs dazu geführt, dass fast alles „zum Mythos geworden“ oder „nur ein Mythos“ ist? ...

Was sind ‚moderne Mythen? Gibt es sie überhaupt, oder hat lediglich die inflationäre alltagssprachliche Verwendung des Mythosbegriffs dazu geführt, dass fast alles „zum Mythos geworden“ oder „nur ein Mythos“ ist? Das DFG-Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Stephanie Wodianka (Institut für Romanistik) hat sich zum Ziel gesetzt, ein kulturwissenschaftlich operables Mythoskonzept zu entwickeln und auf dieser Basis im Vergleich mit antiken und keltisch-germanischen Mythen die Charakteristika ‚neuer Mythen‘ zu analysieren: Wie werden sie generiert, in welchem Verhältnis stehen sie untereinander und inwiefern kann man von Kanonisierungsprozessen sprechen, die die scheinbare Inflation von Mythen wieder reduziert? Inwiefern hat die europäische Moderne einen besonderen Bezug zum Mythischen?

Ergebnisse des auf drei Jahre angelegten und mit einer Mitarbeiterstelle ausgestatteten Forschungsprojektes sollen in einem „Lexikon Moderne Mythen“ publiziert werden, das im Metzler Verlag erscheinen wird. Welche Einträge dort zu finden sein müssen, ist auf der Basis des erarbeiteten Mythoskonzeptes zu verhandeln – mehr als 300 neue Mythen des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart sollen in ihrer Entstehung, medialen Verbreitung und kulturellen Erscheinungsweise repräsentativ erfasst werden. Dass der „Wilde Westen“ als moderner Mythos im Lexikon zu finden ist, erwartet man – inwiefern auch „Italien“, das „Internet“ und „Résistance“ als mythische Phänomene der Moderne zu begreifen sind, werden die Lemmata zeigen.

 

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