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02.09.2011 Schiffbaustudentin mehrfach international ausgezeichnet
Kategorie: Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik
Katja Hartig, Studentin im Studiengang Maschinenbau an der Universität Rostock, ist für ihre Studienarbeit mit dem GL Award for Young Professionals 2010 ausgezeichnet worden
Katja Hartig, Studentin im Studiengang Maschinenbau an der Universität Rostock, ist für ihre Studienarbeit zum „Entwurf eines Containerschiffes für den Betrieb ohne Ballastwasseraustausch unter Berücksichtigung der Lecksicherheitsvorschriften“ mit dem GL Award for Young Professionals 2010 ausgezeichnet worden. Der Preis wird vom Germanischen Lloyd für herausragende Arbeiten für „Innovative Ideen zur Steigerung der Effizienz von Schiffen bzw. deren Betrieb“ jährlich international ausgeschrieben und wurde in der vergangenen Woche im Rahmen einer maritimen Veranstaltung im ehrwürdigen Kieler Yacht-Club übergeben. Bereits im Frühjahr konnte sie für ihre Arbeit einen von Rolls-Royce Marine gestifteten Innovationspreis im Rahmen eines Europäischen Forschungsvorhaben erhalten.
Schiffe müssen für die Gewährleistung der Sicherheit praktisch immer Ballastwasser aufnehmen. Durch den zunehmenden globalen Seeverkehr ist damit auch der Transport von Ballastwasser rasant angewachsen. Nach Schätzungen der International Maritime Organisation (IMO), der für die Schifffahrt zuständigen Unterorganisation der UNO, werden jährlich weltweit über zehn Milliarden Tonnen Ballastwasser durch Fracht- und Passagierschiffe befördert und im Zielhafen wieder abgelassen. Der Eintrag nicht heimischer Organismen in marinen Lebensräumen ist dadurch drastisch gestiegen, da Kleinstlebewesen zusammen mit dem Seewasser in die Ballasttanks gepumpt und in anderen Regionen später wieder abgelassen werden. Aufgrund zunehmender Ballastwassermengen, bei großen Containerschiffen mehrere zehntausend Tonnen, und reduzierter Reisezeiten durch höhere Schiffsgeschwindigkeiten erhöht sich die Wahrscheinlichkeit des Überlebens von Organismen, um in ursprünglich fremden Ökosystemen eine dauerhafte Population zu bilden. Die Etablierung eingeschleppter Arten in fremden Regionen stellt eine Bedrohung der maritimen Ökosysteme weltweit dar und führt zu einer Verdrängung der ursprünglichen Wasserflora und -fauna. Um eine weitere Belastung der Meere durch mit dem Ballastwasser reisende Arten zu verhindern, fordert die IMO einen geregelten Ballastwasseraustausch, indem sie strenge Richtlinien in Bezug auf den Reinheitsgrad festlegt, der nur durch eine aufwendige Behandlung des Ballastwassers und Filterung gewährleistet werden kann.
Frau Hartig zeigt in ihren Untersuchungen, dass es möglich ist, auf den Austausch von Ballastwasser ganz zu verzichten, wenn die Schiffe mit entsprechenden Tanksystemen entworfen werden, die das Umpumpen einer konstanten Menge Ballastwasser erlauben. Im Vergleich mit einem konventionellen Containerschiff der früheren Aker-Werft in Wismar wird die Tragfähigkeit hierbei praktisch nicht reduziert, auch können alle relevanten Sicherheitsparameter eingehalten werden. „Es freut mich sehr, dass Frau Hartig die beiden international bedeutenden Auszeichnungen erhalten hat, nicht zuletzt weil dies auch eine Bestätigung unserer Arbeit ist“, sagte ihr Betreuer Prof. Bronsart, „wir werden weiter an dem Thema forschen, um das noch vorhandene Optimierungspotential erschließen können. Die große Resonanz von Reedern und Umweltschutzorganisationen ermuntert uns hierzu“
Nach einem gerade abgeschlossenen Auslandssemester in St. Petersburg wird Frau Hartig im Herbst ihre Diplomarbeit schreiben und sich dann entscheiden, welche der ihr zahlreich angebotenen Einstiegspositionen sie für ihre berufliche Karriere annehmen wird.
Kontakt:
Universität Rostock
Lehrstuhl für Schiffbau
Prof. Dr.-Ing. Robert Bronsart
Fon: +49 (0)381 498 9271 eMail: robert.bronsart@uni-rostock.de
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