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18.04.2013 Uni-Campus wird am 27. April zum Marktplatz der Bildungsoptionen
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Potenzielle Studienanfänger kommen aus allen Bundesländern
Die Abiturprüfungen laufen auf Hochtouren. Doch viele junge Leute wissen noch nicht, was sie beruflich machen wollen und wo sie potenziell studieren werden. „Die Entscheidung für einen bestimmten Studienort erfolgt oft ganz kurzfristig, sprich in den letzten drei Monaten vor der Einschreibung“, weiß Studienberaterin Anne-Katrin Nörenberg von einer aktuellen Befragung unter Studienanfängern. Ihnen diese Entscheidung leichter zu machen, dafür gibt es am 27. April auf dem Campus Ulmenstraße der Universität Rostock den Hochschulinformationstag (HIT). Studieninteressierte haben dann auch dieses Jahr die Möglichkeit, sich an einem Tag zum Thema „Studieren an der Universität Rostock“ zu informieren. So verwandelt der Campus sich am 27. April ab 9 Uhr in einen lebendigen Marktplatz der Bildungsoptionen. Persönliche Ansprechpartner aller Fakultäten sind vor Ort – Studiendekane, Fachberater, Studierende.
„Besondere Stärke der Uni Rostock ist es, dass bereits Studierende, die sogenannten Campusspezialisten, über Perspektiven einzelner Studiengänge diskutieren und ihre Erfahrungen aus der Lebenswelt Hochschule einbringen“, sagt Anne-Katrin Nörenberg. So können sich die Studieninteressierten zu allen an der Universität Rostock angebotenen Studienfeldern und –abschlüssen (Bachelor und Master) informieren und dabei Inhalt und Struktur der einzelnen Studiengänge sowie spätere berufliche Einsatzmöglichkeiten kennenlernen. Viele Fakultäten beteiligen sich am HIT mit interessanten Schauvorlesungen und zum Teil mit spektakulären Experimenten. Führungen an den Instituten, Gesprächsrunden mit Studierenden und Wohnheimbesichtigungen runden das Bild der Lebenswelt Hochschule ab. Das Institut für Physiologie bietet beispielsweise die Schauvorlesung „Die Sinne“ an. Die Meeresbiologen laden zur Schauvorlesung mit dem Thema ein: „Was kriecht denn da?“.
Kurzum bietet die Uni Rostock an einem Tag eine komplexe Informationsmöglichkeit. So viel geballte Informationskompetenz findet sich im Jahr kein zweites Mal. „Wir erwarten Studieninteressierte aus allen Teilen Deutschlands“, sagt Nörenberg. Insbesondere aus Brandenburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westphalen. Wegen des demografischen Wandels kommen immer weniger Abiturienten aus MV an die Hochschule. Aus ihrer Arbeit weiß die Studienberaterin schon jetzt, dass viele den Wunsch haben, Lehramt mit der Spezialrichtung Grundschule und Gymnasium zu studieren. Grundsätzlich gibt es aber Nachfragen nach allen Studiengängen.
Nähere Informationen unter www.uni-rostock.de/studium/asc/hit
Interview mit Studienberaterin Anne-Katrin Nörenberg
Frage: Abiturienten können heute aus unglaublich vielen Studienmöglichkeiten auswählen.
Anne-Katrin Nörenberg: Das stimmt - es gibt bundesweit etwa 16.000 Studienoptionen.
Frage: Wie sollen junge Leute da entscheiden, was sie konkret studieren?
Nörenberg: Das wichtigste ist, herauszufinden, was einen wirklich begeistert. Studieren heißt ja, sich relativ lange und intensiv mit einem bestimmten Wissenschaftsgebiet auseinanderzusetzen. Wer ohne ausreichend Interesse studiert, wird keinen Spaß haben, wird nicht die nötige Ausdauer, Neugier und Akribie aufbringen können. Studium soll wirklich befriedigen, soll „geistigen Hunger“ stillen.
Frage: Jeder hat doch irgendwelche Interessen, oder?
Nörenberg: Es fällt vielen jungen Menschen offensichtlich schwer, zu erkennen, wohin der körpereigene „Seismograph“ ausschlägt. Nicht wenige haben Schwierigkeiten darin, die eigenen Interessen, Vorlieben zu identifizieren und klar zu benennen, darüber bin ich auch immer wieder erstaunt.
Frage: Woran kann das liegen?
Nörenberg: Zum einen gibt es heute einfach eine Vielzahl von Ablenkungen und Verlockungen, denen junge Menschen ausgesetzt sind. Denken wir nur an die Reizüberflutung durch die prosperierende mediale Welt: Internet, facebook, black berry … Man ist online unterwegs. Die personale Kommunikation kommt dabei oft zu kurz und wird verdrängt durch die technisierte Interaktion. Diese ist jedoch nur sehr bedingt geeignet, Interessen und menschliche Fähigkeiten zu entwickeln.
Zum anderen sind die Schüler in der gymnasialen Oberstufe oft so mit dem Schullernstoff überfrachtet, dass für andere Tätigkeiten zu wenig Zeit bleibt. Sie jagen dem Abitur hinterher, ohne dabei ein Bild vom eigenen ICH zu entwickeln. Und das ist schlecht für die potenzielle Ausprägung von Interessen. Diese entwickeln sich nur im aktiven Tun.
Frage: Wie könnte dies Ihrer Meinung nach konkret gefördert werden?
Nörenberg: Wichtig wäre ein Umdenken im Hinblick auf veränderte Formen des Umgangs miteinander: Kinder kommen heute aus völlig unterschiedlichen Sozialisationen und Kulturkreisen – da kommt es darauf an, die eigene Individualität stets in den Beziehungsrahmen der Andersartigkeit der Anderen zu setzen, Verständnis auszubauen und Toleranz untereinander zu entwickeln. Die Förderung des wirklichen Gespräches untereinander, das Organisieren gemeinsamer Erlebnisse und die offene Diskussion von Werten, Zielvorstellungen und Visionen sollte stärker in den Kontext des „reinen“ Lernens gestellt werden.
Frage: Sie zielen wohl auf die Frage der Studierfähigkeit ab?
Nörenberg: Ja, auch. Hochschullehrer melden häufig zurück, dass die heutigen Abiturienten mit unzureichenden Fähigkeiten und Fertigkeiten in ein Studium gehen. Da mangelt es an grundlegenden Fähigkeiten bezüglich der Handhabung der deutschen Sprache, wie z.B. der Anforderungen in Bezug auf Textanalyse und –erfassung. Selbst im Hinblick auf ganzheitliches Formulieren – sowohl mündlich als auch schriftlich – haben viele Studierende Schwierigkeiten. Auch das ansprechende Präsentieren von Studienergebnissen fällt vielen Studierenden schwer – dabei nimmt gerade diese Anforderung in der modernen Arbeitswelt einen zunehmend zentraleren Platz ein.
Frage: Frau Nörenberg, wie hat sich Arbeit, wie hat sich die Berufswelt aus Ihrer Sicht in den letzten 10 -20 Jahren verändert?
Nörenberg: Man kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass einmal zugeordnete Aufgabenfelder für lange Zeit gelten, man muss bereit sein, sich neuen Herausforderungen zu stellen und mit neuen Partnern zu kooperieren. Das Netzwerk der beruflichen Beziehungen wird größer und ist dem ständigen Wandel unterzogen.
Frage: Worauf haben sich zukünftige Akademiker also einzustellen?
Nörenberg: Akademikern wird heute ein hohes Maß an Kreativität und Eigenverantwortung abverlangt und dies kontinuierlich. Sie müssen in der Lage sein, mehrere Arbeitsschritte gleichzeitig auszuführen und dies oft unter hohem Zeitdruck. „Verdichtung“ von Arbeit ist das Gebot der Stunde.
An den Hochschulen, aber auch in den Unternehmen ist der eindeutige Trend zur „Projektifizierung“ zu erkennen. Arbeitsziele werden durch zeitlich befristete Projektteams realisiert, die konkrete abrechenbare Ergebnisse hervorbringen müssen. Dabei spielen Sozialkompetenz und Innovationswille eine große Rolle, genauso wie die Fähigkeit, Projektergebnisse und die eigene Person ansprechend und argumentativ überzeugend zu präsentieren. Kommunikationssoziologen sprechen von der „Karriere als Selbstinszenierung“.
Kontakt:
Universität Rostock
Anne-Katrin Nörenberg
Referatsleiterin Allgemeine Studienberatung & Careers Service
Fon: 49 0381 4981254
Mail: anne-katrin.noerenberg(at)uni-rostock.de
Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Fon: +49 (0)381 498 1013
Mail: ulrich.vetter(at)uni-rostock.de
Web: www.uni-rostock.de
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