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11.05.2011 Agrar- und Umweltwissenschaften der Universität am Scheideweg
Kategorie: Pressemeldungen, Startseite
Experte rät zur Spezialisierung
Die Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät (AUF) der Universität Rostock hat beste Zukunftschancen. Aber sie muss regionale, nationale und internationale Schwerpunkte setzen. „Man kann nicht alles machen“, warnt Prof. Dr. Reinhard Hüttl, Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, Mitglied des Rates der Sachverständigen für Umweltfragen der Bundesregierung und Mitglied der Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“ der Bundesregierung. „Neue Agrarthemen liegen weltweit wieder stark im Fokus“, so der Experte. Über die Ausrichtung der Fakultät hatte es an der Universität in letzter Zeit vielfach unterschiedliche Auffassungen gegeben.
Unter Federführung von Prof. Hüttl ist vor knapp zwei Jahren ein kritisches Gutachten zur zukünftigen Entwicklung der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät angefertigt worden. „Die Rostocker Fakultät ist in Deutschland nicht allein unterwegs, sondern muss sich zum Beispiel stärker auf die Zusammenarbeit mit dem Leibniz Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf bei Rostock konzentrieren. Die sind auf ihrem Gebiet in Deutschland die Nummer 1“, sagt Hüttl. Das aktuelle Thema Biomasse biete eine große Herausforderung für die Wissenschaftler in beiden Einrichtungen. Aber die agrarwissenschaftliche Fakultät sollte auch verstärkt auf Themen wie Boden, Wasser, Pflanze setzen, regt Hüttl an. Seiner Auffassung nach ist Aquakultur, wofür es bereits einen viel beachteten Masterstudiengang an der Universität Rostock gibt, für die Fakultät eine große Zukunftsaufgabe. „Wenn die Fakultät diese Schwerpunkte nicht umsetzt, ist sie nicht kompatibel mit den aktuellen Ansprüchen und wird im Wettbewerb unterliegen“, prophezeit Hüttl. „Ohne Veränderungen gibt es an der agrarwissenschaftlichen Fakultät keine Entwicklung“, so der Experte unmissverständlich.
„Die Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät hat mit ihren 18 Professuren ein ausreichendes Potenzial und sie ist für das Profil der Universität Rostock unverzichtbar. Was wir brauchen, ist eine stärkere Fokussierung und Profilbildung“, fordert Rektor Prof. Dr. Wolfgang Schareck. „Daran besteht kein Zweifel“, sagt auch Prof. Dr. Elmar Mohr, Dekan der Fakultät. „Allein über den Weg dorthin bestehen noch teilweise unterschiedliche Ansichten“. Rektor Schareck kündigt an: „Wir werden die Weichen gemeinsam neu stellen“. Professor Hüttl hat klare Vorstellungen: „Um die großen Herausforderungen an die jetzt gefragte Biomasseproduktion zu meistern, muss die Fakultät sich so aufstellen, dass sie von den umfangreichen und neu aufgelegten Programmen der Bundesregierung partizipieren kann“.
Hüttl ist ein bundesweit und international geschätzter Fachmann. Der Bioökonomierat hat unter seiner Leitung im Herbst 2010 der Bundesregierung sein Gutachten übergeben. Jetzt entwickelt der Bund bioökonomische Strategien. Ihr Umfang: vier Milliarden Euro. „Das ist auch eine Chance für die AUF der Universität Rostock“, betont Hüttl. „Das bedeutet für die Fakultät jedoch, eine schlanke Bachelorausbildung mit Spezialisierungen im Master- und Doktorandenbereich und enge Kooperationen mit anderen Forschungseinrichtungen einzugehen“. Für Hüttl liegt es nahe, dass die Fakultät ihre Ingenieurausbildung mit den beiden anderen Technischen Fakultäten der Universität abstimmt und über Kooperationen und neue Formen der Zusammenarbeit die Kompetenzen der in Rostock deutschlandweit renommierten Ingenieurwissenschaften nutzt. „Die konzentrierte Forschung muss dann in Master- und Doktorandenprogrammen zum Tragen kommen. Es macht keinen Sinn, seinen Blick auf die Ausweitung der Bachelorausbildung zu verengen, wichtig ist, dass eine solide Grundlage für zukunftsweisende Forschung geschaffen wird“, so Hüttl. Das geht nur mit wettbewerbsfähigen Master-Studiengängen. Diese Auffassung teilt die Universitätsleitung auch mit der Leitung der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät. „Bewertet wird eine Universität immer nach ihrer Forschungsleistung. Das ist die harte Währung, mit der wir zahlen müssen und die beste Investition in die Zukunft“, unterstreicht Rektor Schareck.
Vita Prof. Dr. Reinhard Hüttl
Kontakt:
Universität Rostock
Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Fon: +49 (0) 381 498 1013
Mail: ulrich.vetter(at)uni-rostock.de
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