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08.04.2010 Biomaris-Förderpreis für Master-Absolventin Pia Steinrücken

Kategorie: Pressemeldungen, Startseite

Die Master-Absolventin Pia Steinrücken aus der Arbeitsgruppe Angewandte Ökologie des Institutes für Biowissenschaften der Universität Rostock hat für ihre Masterarbeit den diesjährigen Biomaris-Förderpreis der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) e.V. erhalten.

Die Preisträgerin gehört zur ersten Studierendengruppe im neu eingerichteten Master-Studiengang Meeresbiologie und schloss Ende 2009 erfolgreich ihr Studium mit einem Master of Science ab. In ihrer Masterarbeit mit dem Titel „Carotenoide in Rotalgen: Ihre chemotaxonomische Rolle und Lichtschutzfunktion innerhalb der non-Florideophyceae“ beschäftigte sich Pia Steinrücken mit dem Vorkommen und der Schutzfunktion von Pigmenten in ursprünglichen Rotalgen.

In pflanzlichen Organismen, zu denen die Rotalgen gerechnet werden, haben Carotinoide eine wichtige Doppelfunktion: einerseits helfen sie, die Sonnenstrahlung einzufangen, um die solare Energie für die Photosynthese zu nutzen, andererseits schützen sie die Zellen vor Schäden, die durch zu hohe Sonneneinstrahlung entstehen können. Durch die Photosynthese wird pflanzliche Biomasse aufgebaut und gleichzeitig für den Menschen lebensnotwendiger Sauerstoff freigesetzt. Zu hohe Sonneneinstrahlung führt jedoch zu photochemischen Reaktionen in den Zellen, bei denen so genannter reaktiver, chemisch agressiver Sauerstoff entsteht, der aber durch Carotenoide neutralisiert und somit entgiftet werden kann. In höheren Pflanzen und verschiedenen Algengruppen wie den Grünalgen üben drei spezielle Carotinoide (Zeaxanthin, Antheraxanthin und Violaxanthin) im Xanthophyll-Zyklus einen wichtigen Schutz gegen Starklicht aus. Frau Steinrücken konnte in ihrer Masterarbeit nun zeigen, dass dieser in Pflanzen weit verbreitete Schutzmechanismus in sehr ursprünglichen Rotalgen keine Rolle spielt. Daraus kann gefolgert werden, dass diese Rotalgen andere Schutzmechanismen gegenüber Starklicht aufweisen und der Xanthophyll-Zyklus aus evolutionsbiologischer Sicht eine „neuere“ Errungenschaft darstellt.

Die Ergebnisse dieser Master-Arbeit wurden im Rahmen der 13. wissenschaftlichen Tagung der Sektion Phykologie auf der Insel Reichenau im Bodensee erfolgreich präsentiert, und spiegeln das Forschungsprofil der Arbeitsgruppe Angewandte Ökologie auf dem Gebiet der Ökophysiologie von Algen wider.

Die DBG e.V. verleiht alle zwei Jahre einen Förderpreis an Nachwuchswissenschaftler/innen und zeichnet damit herausragende Diplom- oder Master-Arbeiten aus.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Ulf Karsten
Universität Rostock, Institut für Biowissenschaften
Tel. +49 (0) 381 498 6090
E-Mail: ulf.karsten(at)uni-rostock.de

 

Abbildung 1

Pia Steinrücken bei der Verleihung des Biomaris-Förderpreises durch Prof. Dr. Peter Kroth (Universität Konstanz), 1. Sprecher der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Abbildung 2

Rhodosorus marinus, eine einzellige, ursprüngliche, ca. 8 µm große Rotalge, die auf marinen Sedimenten und auf Makroalgen in Küstenbereichen anzutreffen ist.

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