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19.05.2010 Ein Leuchtturm der Meeresforschung geht ins Museum
Kategorie: Startseite, Pressemeldungen
Nach mehr als zwölf Jahren Dauereinsatz 1,5 km vor dem Ostseebad Nienhagen hat der Telemetriemast der Universität Rostock als preiswerteste Langzeitmess- und Beobachtungsstation vor der deutschen Ostseeküste jetzt seinen Weg ins Meeresmuseum Stralsund angetreten.
„Das Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei will als Projektverantwortlicher für das künstliche Riff Nienhagen künftig ein erweitertes Aufgabenspektrum bearbeiten lassen und plant deshalb den Aufbau einer größeren Forschungsplattform an gleicher Stelle“, sagte Dr. Gerd Niedzwiedz, der als promovierter Ingenieur für Meeres- und Fischereitechnik an der Universität Rostock dieses Projekt wissenschaftlich begleitet.
Der 1997 an der Universität Rostock projektierte GfK-Neigungsmast soll, obwohl er immer noch voll einsatzfähig wäre, künftig dem interessierten Besucher des Stralsunder Nautineums im Trockenen vermitteln, mit welchen Techniken über fast 12 Jahre hinweg kontinuierlich an den verschiedenen Ausbauformen des künstlichen Riffs vor Nienhagen Unterwasserbeobachtungen durchgeführt worden sind. Aus dieser Zeit liegen inzwischen ca. 16.000 Stunden Videomaterial vor, welches vom Verein „Fisch und Umwelt“ e.V. wissenschaftlich aufbereitet und archiviert wird. Die ersten in dieser Form entstandenen Fischbeobachtungen an künstlichen Unterwasserstrukturen waren eine wesentliche Entscheidungshilfe dafür, im Jahr 2003 ein Großriff vor Nienhagen auf einer Fläche von vier Hektar zu schaffen, um breiter angelegte wissenschaftliche Untersuchungen und Langzeit-Unterwasser-beobachtungen, insbesondere zu Fragen der Fischerei, durchführen zu können. Die zum Teil fernsteuerbare Video- und Fototechnik wurde an 10 verschiedenen Standorten im Riffgebiet weitestgehend simultan und manchmal sogar nachts eingesetzt. Eine spezielle Funkstrecke erlaubte es, Videobilder in Echtzeit und voller VHS-Auflösung nach Warnemünde zu senden, dort aufzeichnen und direkt ins Internet zu übertragen. Der Telemetriemast war Träger der erforderlichen Energieerzeuger (Solarzellen und Windgenerator), wurde aber auch für Unterwasserlichtmessungen, für die Erfassung von Wetterdaten, als Träger von Langzeit-Antifoulingversuchen und für weitere Experimente eingesetzt. „Einige Untersuchungsergebnisse waren Bestandteil studentischer Projektarbeiten und flossen auch in Promotionsvorhaben ein“, so Niedzwiedz.
Die Erfolgsgeschichte dieser Meeresforschungsstation wird im Rahmen einer die Ausstellung begleitenden Dokumentation, die von der Universität Rostock für das Meeresmuseum Stralsund erstellt wird, nachzulesen sein.
Kontakt:
Universität Rostock
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Institut für Biowissenschaften
Dr. Gerd Niedzwiedz
Telefon: +49 (0)381 498 6063
Email: gerd.niedzwiedz@uni-rostock.de
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