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21.10.2010 Hätte Cicero Kriegsfilme gedreht? Tagung zur Konstituierung politischer Kommunikationsräume
Kategorie: Pressemeldungen, Startseite
Tagung an der Universität Rostock spürt der „Konstituierung politischer Kommunikationsräume durch Text und Bild“ nach.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Diese simple Erkenntnis machen sich tagtäglich bunte Blätter in aller Welt zunutze. Auch Politik nutzt Bilder jeglicher Art und die Kraft der Worte. Für die Gegenwart lassen sich hunderte solcher Beispiele für nahezu jeden Politiker finden. Wiebke Manzek (Alte Geschichte) und Anja Behrendt (Latinistik), zwei Doktorandinnen des Heinrich Schliemann-Instituts für Altertumswissenschaften der Universität Rostock, interessiert, ob diese Mechanismen nicht nur in der Neuzeit gelten. Und stellten fest, dass sich „solche Strategien im politischen Kommunikationsraum bereits für die Antike konstatieren lassen.“ So erarbeitete beispielsweise der römische Redner Marcus Tullius Cicero „rhetorische Anleitungen, derer sich der Redner vor Gericht und auf dem Forum bedienen solle, um das Publikum nach seinen Vorstellungen zu beeinflussen.“
Die beiden jungen Wissenschaftlerinnen wollen an ihren Erkenntnissen weitere Wissenschaftler und die Öffentlichkeit teilhaben lassen. Sie organisieren daher die interdisziplinäre Tagung „Die Konstituierung politischer Kommunikationsräume durch Text und Bild“, die am 29. und 30. Oktober 2010 an der Universität Rostock stattfindet.
„Die Tagung legt ihren Schwerpunkt auf eine diachrone – das heißt, unterschiedliche Zeiten betreffende – Zusammenschau der verschiedenen Medien, mit deren Hilfe Kommunikationsräume geschaffen werden können“, sagt Anja Behrendt. „Und zwar von der Antike bis in die Moderne.“ Im Mittelpunkt stehen Texte verschiedener Gattungen, wie Ciceros Briefe oder die spätrömische Geschichtsschreibung. „Besonderes Gewicht liegt auf dem Vorhaben, auch `typische´ Medien nachantiker Gesellschaften einzubeziehen“, ergänzt Wiebke Manzek. „Zum Beispiel mittelalterliche Chroniken und postmoderne Zeitungsdebatten. Andererseits sollen auch andere `Medien´ betrachtet werden: Hierzu zählen antike Münzen, barocke Bauprogramme und postmoderne `Plakatschlachten´, aber auch zeitgenössische Kriegsfilme und der postkoloniale indische Film.“ Das Interesse der Tagung richtet sich darauf, wann, wie und zu welchem Zweck die Medien Text und Bild eingesetzt wurden und werden, um den politischen Meinungsbildungsprozess zu beeinflussen. Es referieren Wissenschaftler verschiedener Disziplinen der Altertumswissenschaften, der Politikwissenschaften und der Medienwissenschaften unter anderem aus den Niederlanden und Osteuropa sowie mit Mathias Brodkorb – Landtagsabgeordneter der SPD in Mecklenburg-Vorpommern – auch ein gegenwärtiger Politiker.
Die Tagung fügt sich in die Vorhaben der im Sommer geschaffenen Profillinie „Wissen – Kultur – Transformation“ der Universität Rostock ein. Das komplette Programm der Veranstaltung findet sich im Internet unter www.altertum.uni-rostock.de/veranstaltungen/tagung.
Kontakt:
Universität Rostock
Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Telefon: +49 (0) 381 498 1013
E-Mail: ulrich.vetter(at)uni-rostock.de
Universität Rostock
Heinrich Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften
Anja Behrendt, Wiebke Manzek
Tel./Fax: +49 (0)381 498 27 86
E-Mail: anja.behrendt2(at)uni-rostock.de
wiebke.manzek(at)uni-rostock.de
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