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08.05.2013 Ein Gründungsvater der Ingenieurwissenschaftlichen Fakultät

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Heinrich Albrecht verteidigte vor 50 Jahren seine Doktorarbeit

„Jeder  möchte bis ins hohe Alter einen wachen Geist bewahren.“ Für Professor Heinrich  Albrecht ist dieser Zustand eine Normalität. Mindestens einmal im Monat  schaut er bei seiner alten Fakultät vorbei. „Ich informiere mich, welche Themen als Diplomarbeit laufen oder womit Masterabsolventen sich beschäftigen“. Der ehemalige  Elektronik-Professor ist 83 Jahre alt, aber so ganz möchte er von seinem Beruf nicht lassen, zumal der agile und hellwache Pensionär  am 10. Mai ein ganz besonderes Jubiläum feiert:  

Vor 50 Jahren verteidigte er seine Doktorarbeit, als Erster in der Fachrichtung Schiffselektrotechnik der damaligen Schiffbautechnischen Fakultät der Universität Rostock. Wir waren zu jener Zeit  die ersten Schwachströmer, haben das Institut für Fernmeldetechnik mit aufgebaut", blickt der Wissenschaftler und Vater von drei Kindern zurück. Er hat, so schätzt er, an die 2000 Studenten in seinem Arbeitsleben unterrichtet.

Wichtig war ihm, dass die jungen Leute ein Gefühl für die Elektrotechnik bekommen und dass man begreift: Strom ist eine in sich geschlossene Erscheinung. „Heute komme ich an die Universität eher als Wissensdurstiger“, sagt er bescheiden.

Die Erkenntnisse in seinem Fachgebiet haben sich nach seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben 1996 vervielfacht. Doch bis heute saugt er Informationen aus der Elektrotechnik, Physik und Maschinenbau auf. „Dass jemand so lange an der Wissenschaft interessiert ist, zeigt mir, dass es Berufung ist", bemerkt Prof. Mathias Nowottnick, Direktor des Instituts für Gerätesysteme und Schaltungstechnik voller Hochachtung.

Vielleicht hält Professor Albrecht auch der Kontakt zum alten Arbeitsbereich, zu Professoren und  Studierenden jung. „Was die jungen Leute heute alles leisten müssen, finde ich erstaunlich", meint Professor Albrecht. Und doch gehörte er zu den Wegbereitern der heutigen Jungen. Albrecht forschte auf dem Gebiet des Schwachstroms und hat das Institut für Fernmeldetechnik mit aufgebaut, das heutige Institut für Gerätesysteme und Schaltungstechnik. Professor Mathias Nowottnick erinnert daran,dass Professor Albrechts Spezialgebiet die leistungsarme Schaltungstechnik war, eine Forschungsrichtung, die heute unter den Schlagworten Energieeffizienz und energieautarke Systeme aktueller denn je ist. Mit den vielfältigen Themengebieten, die Professor Albrecht bearbeitet hat, beschäftigen sich heute drei Lehrstühle  am Institut für Gerätesysteme und Schaltungstechnik. Ohne seine Erkenntnisse und die seiner Kollege wäre unsere heutige elektronikverliebte Welt gar nicht möglich.

Seine theoretischen Kenntnisse brachte er nach seiner Promotion  als Leiter einer messtechnischen Abteilung im damaligen VEB Schiffselektronik, heute GmbH,ein. Nach drei Jahren Industrieerfahrung kehrte der bis heute passionierte  Segler an die Universität  zurück und wurde zum Dozenten für Schiffselektronik berufen.

Nach der Wende veränderte sich Albrechts Berufsleben völlig. Im Jahr 1992 wurde er zum Professor berufen. Er bereitete mit dem vor kurzem verstorbenen Professor Otto Fiedler und anderen Wissenschaftlern die Neugründung der Ingenieurwissenschaftlichen Fakultät in Rostock vor. Zuvor wurde er  1990 der erste frei gewählte Sektionsdirektor in der Elektrotechnik. In dieser Eigenschaft suchte er Kontakt zu Wissenschaftsgremien und Universitäten in der Bundesrepublik. Immerhin stand für die Rostocker die Bewertung durch den Wissenschaftsrat an.

Unter Leitung von Prof. Albrecht wurde der Fachbereich  Elektrotechnik dann einstimmig als Mitglied des Deutschen Fakultätentages aufgenommen.

Ein Meilenstein in der Geschichte der Universität Rostock ist 2019  ihr 600 -jähriges Jubiläum. „Da möchte ich dabei sein“, sagt Prof. Albrecht. Doch schon für den kommenden Oktober freut er sich auf die 60-Jahrfeier des Instituts für Allgemeine Elektrotechnik.

Damit er weiterhin so fit bleibt, macht  er so oft es geht, die Übungen der Fünf Tibeter, denn das hält auch Körper und Geist gesund. Er pflegt wie seine Ehefrau Heide vielfältige kulturelle Interessen und genießt arbeitend und erholend den eigenen Garten  am Haus in Dierkow. WOLFGANG THIEL

 

 

Kontakt:

Universität Rostock
Fakultät für Informatik und Elektrotechnik
Prof. Dr. Mathias Nowottnick
Fon: +49 (0)381 498 7204
Mail: mathias.nowottnick(at)uni-rostock.de
Web: www.uni-rostock.de

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