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02.07.2010 Joachim-Jungius-Preise und Förderpreis für Lehre verliehen
Kategorie: Pressemeldungen, Startseite
In einer akademischen Festveranstaltung der Fakultäten der Universität Rostock und der Gesellschaft der Förderer der Universität Rostock (GFUR) wurden heute (02.07.2010) in der Universitätskirche vier mit je 2000 Euro dotierte Joachim-Jungius-Förderpreise der Universität Rostock und der Förderpreis für Lehre verliehen.
Die Jungius-Preisträger 2010 sind Dr.-Ing. Andreas Arndt (Fakultät für Informatik und Elektrotechnik), Dr. rer. nat. Marco Kai (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät), Dr. med. Stephan Kische (Medizinische Fakultät) und Privatdozentin Dr. theol. Petra Schulz (Theologische Fakultät).
Dr. Andreas Arndt wurde ausgezeichnet für seine Forschungen auf dem Gebiet des Einsatzes von implantierbaren rotierenden Blutpumpen zur Unterstützung der Herztätigkeit. Herzinsuffizienz ist die am meisten verbreitete Krankheit und die häufigste Todesursache in den entwickelten Ländern. Der Einsatz künstlicher Unterstützungssysteme ist eine Möglichkeit zur Therapie. Das von Dr. Arndt entwickelte System wurde im Simulator erfolgreich getestet, mehrere Patente sind daraus bereits hervorgegangen.
Dr. rer. nat. Marco Kai erhielt den Jungius-Preis für seine Arbeiten zu Analyse und Wirkungen flüchtiger Metabolite von Serratia odorifera 4Rx13. Dabei handelt es sich um spezifische Duftstoffe, die von Organismen produziert werden. Diese flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) können von anderen Lebewesen wahrgenommen werden, diese anlocken oder abwehren. Über Duftstoffe, die von Bakterien erzeugt werden, insbesondere von Mikroorganismen, die im Erdreich leben, weiß man indes sehr wenig. Dr. Kai hat sich seit 2006 mit dieser Thematik am Beispiel von Bakterien befasst, die im Wurzelbereich von Pflanzen leben. Den Schwerpunkt seiner experimentellen Arbeiten bildeten Bakterien der Art Serratia odorifera, die als Spezies erst seit 1978 bekannt ist. Die Arbeiten von Herrn Dr. Kai werden an der Universität Rostock fortgesetzt. Sie begründen ein besonders innovatives Forschungsgebiet über VOC von Mikroorganismen, das Auswirkungen für Ökologie, Landwirtschaft und Therapien in der Medizin haben kann.
Dr. med. Stephan Kische wurde geehrt für seine Forschungen auf dem Gebiet der endovaskulären Implantation von Stentgrafts bei Typ B-Aortendissektion lebensbedrohliche Erkrankung der Hauptschlagader. Sie betrifft vornehmlichunter prognostischen Gesichtspunkten. Dabei geht es um eine männliche Personen mit Bluthochdruck ab der 7. Lebensdekade. Die Auswertungen seiner Forschungen zeigen, dass das sogenannte Stentgrafting ein sicheres, effektives und komplikationsarmes Verfahren ist, welches die Sterblichkeit verringert und die Prognose für den Heilungsverlauf verbessert. Herr Dr. Kische ist Erstautor sowie Mitautor zahlreicher Publikationen zur Problematik und hat seine Ergebnisse auf nationalen und internationalen Fachtagungen bekannt gemacht.
Dr. rer. pol. Nadja Milewski überzeugte die Jury mit ihren Forschungen zum Thema Fertility of Immigrants and Their Descendants in West Germany – An Event-history Approach. In ihrer Dissertation behandelt sie ein aktuelles und sozial-politisch relevantes Thema zum demografischen Verhalten von Migranten, speziell zur Fertilität von Migrantinnen in Deutschland. Frau Dr. Milewski konnnte nachweisen, dass Migrantinnen der ersten Generation eine erhöhte Fruchtbarkeit haben. Die Migrantinnen der zweiten Generation unterschieden sich im Fertilitätsverhalten, mit Ausnahme von Frauen mit türkischem Hintergrund, kaum von der westdeutschen Population. Generell ist abzuleiten, dass die Fertilität der Migrantinnen mit zunehmender Integration (Bildungsbeteiligung, Erwerbstätigkeit, kulturelle Normen) in Deutschland sinkt, und dass die demografische Alterung der Bevölkerung in unserem Land durch die Migration selbst nicht aufgehalten werden kann. Die Dissertation liefert Grundlagen und Ansätze für weiterführende demografische Forschungen über die Lebenssituation, die Familiendynamik und die Integration von Migranten. Frau Dr. Milewski hat ihre englischsprachige Dissertation vollständig als Monografie in einer anspruchsvollen Reihe von Einzeldarstellungen veröffentlichen können. Die Ergebnisse sind zudem Gegenstand von mehreren Publikationen in Fachzeitschriften und von zahlreichen Vorträgen und Postern auf wissenschaftlichen Tagungen in Europa und in den USA.
Der ebenfalls von der GFUR gestiftete und mit 3000 Euro dotierte Förderpreis für Lehre der Universität Rostock geht in diesem Jahr an Privatdozentin Dr. theol. Petra Schulz (Theologische Fakultät) für ihr Seminar „Identität – Spiritualität – Gespräch“. Dieses Seminar widmet sich Kompetenzen der Selbst- und Fremdwahrnehmung, dem Umgang mit Konfliktlagen sowie der Gesprächsführung, die von Religionslehramtsstudierenden im Studium erworben werden müssen, um bei der Arbeit in Schulen wahrnehmungsfähig zu sein für Identitätsprozesse der Schülerinnen und Schüler. Die Seminare von Frau Dr. Schulz werden aus Sicht der Studierenden, die sie für den Preis vorgeschlagen haben, als aktivierende Hochschuldidaktik bezeichnet.
Kontakt:
Universität Rostock
Gesellschaft der Förderer der Universität Rostock
Dr. Wolfgang Peters
Telefon: +49 (0) 381 498 1007
E-Mail: wolfgang.peters(at)uni-rostock.de
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