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09.02.2012 Ehrenkreuz Erster Klasse der Republik Österreich für Prof. Wendel
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Rostocker Wissenschaftler für herausragendes Moritz-Schlick-Projekt geehrt
Für seinen Beitrag zur Pflege der kulturellen Beziehungen und der Zusammenarbeit auf kulturellem und wissenschaftlichen Gebiet zwischen Deutschland und Österreich wurde dem ehemaligen Rektor der Universität Rostock, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Jürgen Wendel, heute (09.02. 2012) in einer Festveranstaltung in der österreichischen Botschaft in Berlin das „Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst Erster Klasse“ der Republik Österreich verliehen. „Wir freuen uns über diese hohe Auszeichnung für Professor Wendel, die zugleich auch eine Wertschätzung eines der profiliertesten Forschungsvorhabens der Universität Rostock im Bereich der Geisteswissenschaften ist“, sagte Rektor Prof. Dr. Wolfgang Schareck, der an der Feierstunde teilnahm.
„Im Jahre 1998 wurde an der Universität Rostock von dem Philosophen Prof. Hans Jürgen Wendel eine Moritz-Schlick-Forschungsstelle ins Leben gerufen. Dort beschäftigt man sich intensiv mit der Aufarbeitung von Leben, Werk und Wirkung des Philosophen und Physikers Moritz Schlick (1882-1936)“, heißt es in der Begründung zu dieser außerordentlichen Auszeichnung. Schlick forschte und lehrte 1911-1921 an der Universität Rostock. Weltweit bekannt geworden ist er als der Begründer des Wiener Kreises, der den logischen Empirismus zu einer der führenden Schulen der modernen Philosophie machte und wirkungsgeschichtlich die analytische Philosophie des 20. Jahrhunderts vorbereitete und theoretisch fundierte.
Gewürdigt wird Prof. Hans Jürgen Wendels Initiative, durch die eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut Wiener Kreis an der Universität Wien sowie mit der Forschungsstelle und dem Dokumentationszentrum für österreichische Philosophie (FDÖP) in Graz möglich wurde. Diese Zusammenarbeit wurde zum Grundstein des gemeinsam betriebenen geisteswissenschaftlichen Forschungsnetzwerks des Moritz-Schlick-Projektes. Die zu Lebzeiten veröffentlichten Schriften von Moritz Schlick wurden textkritisch ediert und kommentiert. Erstmals konnten so die Werke von Schlick, die bislang weitgehend vergriffen und nur zum Teil noch zugänglich waren, in einer geschlossenen Ausgabe der internationalen Forschung und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden „und so ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung und Bewahrung eines prägenden Stranges der europäischen Kulturgeschichte geleistet werden“, heißt es in der Würdigung weiter.
Das Ergebnis der bisherigen gemeinsamen Forschungsarbeiten in Deutschland und Österreich ist nach über sechsjähriger Vorbereitung die Veröffentlichung der ersten Bände der Moritz Schlick Gesamtausgabe seit Frühjahr 2006 bei Springer (Wien/New York). Die Hamburger Akademie der Wissenschaften fördert das Vorhaben zur Aufarbeitung und Publikation des Nachlasses von Schlick unter Leitung von Hans Jürgen Wendel seit 2011 mit einem Antragsvolumen von über vier Millionen Euro und einer Laufzeit von 20 Jahren. Damit gehört es zu den größten geisteswissenschaftlichen Forschungsprojekten überhaupt und dürfte das größte sein, das sich mit der deutsch-österreichischen Kultur befasst.
„Das mittlerweile international beachtete deutsch-österreichische Unternehmen des Moritz-Schlick-Projektes ist vor allem durch die Initiative und das fortdauernde Engagement von Professor Wendel ins Leben getreten und bis heute erfolgreich weitergeführt worden. In der dadurch entstandenen Kooperation der Rostocker, Wiener und Grazer Partner konnte der wichtige gemeinsame Beitrag der deutsch-österreichischen Geistesgeschichte auf die europäische Gegenwartskultur erstmals in voller Breite sichtbar gemacht und darüber hinaus dessen fruchtbares Weiterwirken ermöglicht werden“, wird in der Würdigung betont.
Kontakt:
Universität Rostock
Philosophische Fakultät
Prof. Dr. Hans Jürgen Wendel
Fon: +49 (0)381 498 2800
E-Mail: hans-juergen.wendel(at)uni-rostock.de
Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Fon: +49 (0)381 498 1013
E-Mail: ulrich.vetter(at)uni-rostock.de
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