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30.11.2011 Wissenschaftler wollen für die Heilung Zellen altern lassen

Kategorie: Startseite

Junge Rostocker Forscherin bekam für Pankreas-Projekt den Hans-Chiari-Preis

Die Zellen im menschlichen Körper altern  und sterben – ein ganz normaler Vorgang, der zur Vitalität eines  Organismus beiträgt. Wenn sich aber in verletzten Organen Bindegewebe bildet, kann es passieren, dass dieses unkontrolliert wuchert, weil u. a. die Zellalterung gestört ist. Hierdurch kann in bestimmten Fällen das Voranschreiten von chronischen Entzündungen und Krebserkrankungen begünstigt werden. Die junge Rostocker Wissenschaftlerin Sarah Müller  untersucht bezogen auf die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) die Vorgänge, die Zellen kontrolliert absterben lassen, so dass es nicht zu Wucherungen kommen kann. Dafür hat sie jetzt den „Hans-Chiari-Preis für pankreatologische Grundlagenforschung“ des „Deutschen  Pankreasclubs“ in Marburg bekommen.

Bindegewebe bildet sich, wenn Organe geschädigt werden. In der  Bauchspeicheldrüse entstehen solche Schäden in erster Linie durch  Alkoholkonsum, aber auch Gallenwegs- und Stoffwechselerkrankungen sowie Autoimmunprozesse können Ursachen sein. „Meist ist die Bildung von Bindegewebe ein völlig normaler Vorgang“, so Professor Dr. Robert  Jaster. Er leitet das Forschungslabor der Abteilung für  Gastroenterologie, in dem Sarah Müller arbeitet. „Aber wenn die Zellen  immer weiter wachsen und nicht altern und sterben oder durch das  Immunsystem beseitigt werden, dann kann das fatale Folgen haben.“ Die Bildung von Bindegewebe gerät außer Kontrolle, die Organfunktion kann verloren gehen.

„Warum kommt die Bildung von Bindegewebe nicht zum Stehen, warum kommt es zur so genannten Fibrose anstatt zur Reparatur des geschädigten Organs?“, lautet die Frage, die Sarah Müllers Arbeit zugrunde liegt. Ziel ist es, den Auslöser für die notwendige Alterung der Zellen zu  finden, um diese langfristig eventuell medikamentös steuern zu können.

Diplom-Biologin Sarah Müller ist 25 Jahre alt und studierte Biologie an der Universität Rostock. Während des Studiums entwickelte sie  bereits ein starkes Interesse an der Biologie des Menschen und der Beteiligung an der Erforschung von Krankheitsmechanismen. Ihre  Diplomarbeit, die sich ebenfalls mit der krankhaften Bildung von Bindegewebe beschäftigte, wurde von der Universität Rostock als  herausragende Abschlussarbeit ausgezeichnet. Sarah Müller arbeitet derzeit in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)  geförderten Projekt. Die Fachgesellschaft „Deutscher  Pankreasclub“  vergibt auf ihrer Jahrestagung  je einen Preis in den  Bereichen klinische Forschung und Grundlagenforschung. Der „Hans- Chiari-Preis für pankreatologische Grundlagenforschung“ ging vor fünf  Jahren schon einmal nach Rostock – für ein im Forschungslabor der Gastroenterologie realisiertes Projekt. 

 

Kontakt

Prof. Dr. med. Robert Jaster, Klinik für Innere Medizin II, Abteilung Gastroenterologie

Medizinische Fakultät, Universität Rostock, E.-Heydemann-Str. 6,
D-18057 Rostock, Tel.: 0381 494-7349

Professor Dr. Emil C. Reisinger, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock, Schillingallee 35, 18057 Rostock, Tel. 0381 494-5001

Pressekontakt: Matthias Schümann, Schillingallee 35, 18057 Rostock,
Tel 0174 9670720

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