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1848 bis 1855

- Carl Strempel
1849
Am 23. August unterschrieb der Großherzog das vom verfassungsgebenden Landtag ausgearbeitete Staatsgrundgesetz, die Ständische Verfassung wurde am 10.10.1849 aufgehoben.
1850
Landesherr und Ritterschaft stürzten die konstitutionelle Regierung, am 1. Juli 1850 wurde der Landtag aufgelöst. Im September verkündete das eingesetzte Freienwalder Schiedsgericht, daß die Aufhebung der Ständischen Verfassung und das neue Staatsgrundgesetz nicht rechtmäßig seien. Alle Hoffnungen auf eine Verfassungsänderung waren zerstört, der Landesgrundgesetzliche Erbvergleich von 1755 war wieder höchstes Gesetz.
1850
Vizekanzler von Both stellte aus gesundheitlichen Gründen Antrag auf Entlassung aus dem Justizdienst und schied am 6. September 1851 endgültig aus. Er stand jetzt ohne andere Belastung für die Aufgabe eines Kurators der Universität zur Verfügung.
1852
In einer Verfolgungskampagne gegen alle Demokraten (Demagogenverfolgung) wurden die Professoren Carl Türk, Julius Wiggers und Christian Wilbrandt am 7. Juli 1852 aus ihrem Lehramt entlassen. Im folgenden Hochverratsprozeß von 1853 wurden sie zu Freiheitsstrafen verurteilt. Die Universität, 1848 noch die Reformbewegung unterstützend, beugte sich widerspruchslos.
1852-1855
Bau des Städtischen Krankenhauses am Schröderplatz, dessen medizinische Betreuung von der Universität übernommen wurde. Erster Direktor war Prof. Dr. Carl Strempel. Seit 1828 hatte er eine Privatklinik eingerichtet, die 1846 nach Abbruch des Armenkrankenhauses an der Grube zum Städtischen Krankenhaus geworden war. Die Klinik am Schröderplatz wurde 1900 vom Land übernommen und der Universität übergeben.
Quelle: 575 Jahre Universität Rostock. Mögen viele Lehrmeinungen um die eine Wahrheit ringen. Rostock 1994, S. 337-338.
Weiterführende Literatur:
Baudis, Klaus: Ein Rostocker Historiker in den Kämpfen der Revolution von 1848/49 - Zum Wirken von Prof. Karl Türk in Rostock und Mecklenburg. In: Stutz, Reno (Hg.): Demokraten und ihre Gegenspieler. Norddeutsche in der Revolution von 1848/49. Rostock 2000, S. 137-145.
Manke, Matthias: Rostock zwischen Revolution und Biedermeier. Alltag und Sozialstruktur. Rostock 2000.
Meves, Uwe: Zu den Auswirkungen der Revolution von 1848 auf den Institutionalisierungsprozeß des Faches Deutsche Philologie. Am Beispiel der Universitäten Leipzig, Rostock, Bonn und Tübingen. In: Jaehrling, Jürgen; Meves, Uwe; Timm, Erika (Hg.): Röllwagenbüchlein. Festschrift für Walter Röll zum 65. Geburtstag. Tübingen 2002, S. 1-19.
Stutz, Reno: Revolutionsführer. Auf den Spuren der Revolution von 1848/49 in Rostock. Rostock 1998.
1855 bis 1881

- Hauptgebäude der Universität Rostock

- Anatomisches Institut
1858
Gründung des Deutsch-Philologischen Seminars
1859
Inbetriebnahme der Frauenklinik und Hebammenlehranstalt in der Buchbinderstraße.
1865/66
Gründung des Historischen Seminars
1866
Preußen schloß mit 17 norddeutschen Staaten einen Vertrag, der zur Grundlage für den Norddeutschen Bund wurde, und sicherte sich die Vorrangstellung. Die Gründung des Bundes war die wesentliche Grundlage für die 1871 erfolgende Reichseinigung.
1866
Abriß des dreihundert Jahre alten baufälligen Universitätsgebäudes, des Weißen Kollegs.
1867
Grundsteinlegung für das neue Hauptgebäude. Dem Rektor wurde vom Großherzog die goldene Amtskette übergeben.
1869
Gründung des Pathologischen Instituts auf dem Gelände der Klinik am Schröderplatz
1870
- Fertigstellung des Universitäts-Hauptgebäudes, die Einweihung erfolgte am 27. März 1870
- Vizekanzler von Both (geb. 1789, Ehrendoktor phil. und jur., Ehrenbürger der Stadt) beendete seine Tätigkeit aus gesundheitlichen und aus Altersgründen.
Nachfolger wurde der Landgerichts- und Konsistorialpräsident Maximilian von Liebeherr, der bis zu seinem Tode im Jahre 1896 im Amt blieb.
1874
Gründung des Physikalischen Instituts (Prof. Matthiessen)
1875
Gründung des Instituts für Pharmakologie und Physiologische Chemie
1878
Fertigstellung des Medizinischen Institutsgebäudes in der Gertrudenstraße (Anatomisches Institut, Physiologie, Pathologie, Hygiene)
1879
Die seit 1870 nur noch als mittelalterliches Relikt praktizierte akademische Gerichtsbarkeit wurde mit der Reichsjustizreform von 1879 endgültig aufgehoben. Es verblieb nur die Disziplinargerichtsbarkeit.
1881
Eröffnung des Hygiene-Instituts
Gründung des Mineralogisch-Geologischen Instituts
Quelle: 575 Jahre Universität Rostock. Mögen viele Lehrmeinungen um die eine Wahrheit ringen. Rostock 1994, S. 338-339.
Weiterführende Literatur:
Bartels, Olaf: Das Hauptgebäude der Universität in Rostock. In: Bartels, Olaf: Der Architekt Hermann Willebrand 1816-1899. Hamburg u.a. 2001, S. 67-71.
Bienengräber, Volker: 100 Jahre Lehrstuhl für allgemeine und spezielle Pathologie in Rostock. Der Beitrag des Rostocker Instituts an der Entwicklung der Pathologie und der neuen Arbeitsmöglichkeiten und Aufgaben des Instituts nach seiner Reorganisierung in den Jahren 1958-1965; zugleich eine historische Rückschau auf das Institut zum 550. Gründungsjubiläum der Universität Rostock (1969). In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Rostock, N-Reihe, 14 (1965), 1/2, S. 1-34.
Hennighausen, Gerhard: Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Rostock seit 1865. Zum 125jährigen Bestehen des Lehrstuhls für Pharmakologie an der Universität Rostock. Rostock 1990.
Klausch, B.; Schwarz, R.: Die Geschichte der Frauenklinik der Universität Rostock von den Anfängen bis zur Gegenwart. Rostock 1980.
Mahnke, Reinhard: Ludwig Matthiessen, der erste ordentliche Professor der Physik an der Universität Rostock 1874-1905. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Rostock, 34 (1985), 1, S. 74-86.
Mahnke, Reinhard: Zur Entwicklung der Physik an der Rostocker Universität. Rostock 1991.
Meves, Uwe: Karl Bartsch und die Gründung des ersten germanistischen Seminars (Universität Rostock 1858). In: Gärtner, Kurt; Lemmer, Manfred (Hg.): Von lon der Wisheit. Gedenkschrift für Manfred Lemmer. Sandersdorf 2009, S. 154-175.
Schultz, Helga; Heitz, Gerhard; Olechnowitz, Karl-Friedrich: Die Entwicklung geschichtswissenschaftlicher Studien an der Universität Rostock seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Rostock, G-Reihe 19 (1970), 5, S. 355-375.
Uerckwitz, Jürgen: Die Geschichte des Hygiene-Institutes der Universität Rostock, Diss. Rostock 1969.
1881 bis 1918

- Botanisches Institut in der Doberaner Straße

- Otto Körner
1884
Neubau des Instituts für Botanik, Doberaner Straße
1883-1885
Einrichtung des Botanischen Gartens, Doberaner Straße
1885-1887
Neubau des Gebäudes der Frauenklinik in der Doberaner Straße, vorher Buchbinderstraße, freigewordene Räume wurden 1887 vom Hygiene-Institut und 1888 vom Chemischen Institut übernommen.
1892
Inbetriebnahme des Neubaus für die Augenklinik, Doberaner Straße
1899
Inbetriebnahme des Neubaus für die HNO-Klinik, Doberaner Straße. Die Klinik trägt heute den Namen des ersten ord. Professors für HNO-Krankheiten in Deutschland, Otto Körner (1894-1929 in Rostock).
1899
Die Kirche des Klosters "Zum Heiligen Kreuz" wurde der Universität übergeben, sie wurde Universitäts-Kirche.
1907
Inbetriebnahme der Dermatologischen Klinik, Schröderplatz
Entstehung des Zahnärtzlichen Instituts von Johannes Reinmöller
1905
Zulassung von Hörerinnen
1907
Zulassung von Studentinnen
Die Universität Rostock war damit die letzte in Deutschland, die Frauen zum Studium zuließ.
1917
Übernahme der seit 1912 (bis 1945) bestehenden Luftwarte (Physikalisches Institut)
1918
Eröffnung der Kinder-Klinik Augustenstraße
1918
Nach der militärischen Niederlage und dem wirtschaftlichen und politischen Zusammenbruch am Ende des Ersten Weltkrieges (1914-1918) stürzte die bürgerlich-demokratische November-Revolution von 1918 die Fürstenthrone, die ständische Verfassung in Mecklenburg hatte ein Ende.
Mit der Abdankung des mecklenburgischen Großherzogs endete auch die von dem jeweiligen Regierenden (de facto seit der Reformation, de jure seit dem Frieden von Münster 1648) wahrgenommene Kanzlerschaft über die Universität. Die Universität war jetzt bestrebt, die Selbstverwaltung zu stärken. Eine Vielzahl der in dieser und in der folgenden Zeit entstehenden Hochschul-Reformvorschläge zielte darauf ab.
Quelle: 575 Jahre Universität Rostock. Mögen viele Lehrmeinungen um die eine Wahrheit ringen. Rostock 1994, S. 339-340.
Weiterführende Literatur:
Beese, Marianne; Knittel, Pirina; Stunnack, Grit: Geschichte des Frauenstudiums in Rostock - von den Anfängen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Rostock 1999.
Gottwald, Helmut: Zur Geschichte der Universitäts-Augenklinik Rostock. Rostock 1969.
Gross, Gerd (Hrsg.): 100 Jahre Universitäts-Hautklinik und Poliklinik Rostock. Rostock 2002.
Kramp, Burkhard; Jerecinski, Antje: Otto Körner: Arzt, Hochschullehrer und Forscher; erster deutscher Ordinarius für Ohren- und Kehlkopfkrankheiten und Gründer der ersten HNO-Fachklinik Nord- und Mitteleuropas. [Roggentin] 2010.
Krüger, Kersten (Hg.): Frauenstudium in Rostock. Berichte von und über Akademikerinnen. Rostock 2010 (Rostocker Studien zur Universitätsgeschichte, 9). LINK
Külz, Jürgen: Die Geschichte der Kinderheilkunde und der Kinderklinik an der Universität Rostock. Rostock 1993. (BGUR 18).
Mahnke, Reinhard: 100 Jahre Physikalisches Institut 1910-2010. Rostock 2010.
Richter, Rolf: Die Entwicklung der Botanik in Rostock. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Rostock, 17 (1968), 4/5, S. 263-275.
Strahl, Antje: Rostock im Ersten Weltkrieg. Bildung, Kultur und Alltag in einer Seestadt zwischen 1914 und 1918. Berlin u.a. 2007.
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