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1945 bis 1951

- Universitätsnervenklinik
1945
Die Universitäten in der sowjetischen Besatzungszone wurden zur Durchführung der Entnazifizierung geschlossen.
1.1.1946
- Übernahme der Landesirrenanstalt Rostock-Gehlsheim als Universitäts-Nervenklinik (erbaut 1893 -1896)
- Übernahme der Stiftung Elisabeth-Heim in der Ulmenstraße als Orthopädische Klinik (erbaut 1898 - 1900, danach erweitert)
25.2.1946
Die Universität Rostock konnte den Lehrbetrieb mit vier Fakultäten (jur., theol, phil., agrar.) wieder aufnehmen.
WS 46/47
- Die Entnazifizierung in der Medizinischen Fakultät konnte erst zum Wintersemester 1946/47 abgeschlossen werden.
- Die I. Hochschulreform in der Sowjetischen Besatzungszone sah drei Schwerpunkte vor:
1. Schaffung wichtiger Grundlagen für eine antifaschistisch-demokratische Entwicklung,
2. Weiterführung des Demokratisierungsprozesses
3. Kampf um den Sieg der demokratischen Kräfte.
2.12.1946
- Gründung einer Vorstudienabteilung für Arbeiter- und Bauernkinder, Ausbildungsziel Abitur
- Gründung der Pädagogischen Fakultät
1948
- In den Jahren 1948 bis etwa 1954 zeigte sich Widerstand gegen das politische Dogma und gegen den alleinigen Wahrheitsanspruch einer Partei.
- Gründung der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften
- Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften wurde aus der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät herausgelöst und in die Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät eingegliedert. Die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät führte ab jetzt wieder den Namen Juristische Fakultät.
- Die Landesregierung erließ mit Wirkung vom 1.10.1948 das "Vorläufige Statut über die Verwaltung der Universitäten Rostock und Greifswald".
1949
- Von der Deutschen Verwaltung für Volksbildung in Berlin erging die "Vorläufige Arbeitsordnung der Universitäten und wissenschaftlichen Hochschulen der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands" vom 23. Mai 1949.
- Das seit Wiedereröffnung der Universitäten vorgebrachte Bestreben, die Amtszeit für Rektor und Dekane von einem auf zwei Jahre festzusetzen, wurde bestätigt.
1.4.1949
- Der bisher von der Landesregierung berufene Kurator für die Universität beendete seine Tätigkeit am 31.3.1949, der Rektor übernahm die Gesamtleitung der Universität, ihm stand ein Verwaltungsdirektor zur Seite. Die Universität bekam damit einen hohen Grad der Eigenverantwortlichkeit. Schließung der Vorstudien-Abteilung
Gründung der Arbeiter- und-Bauern-Fakultät, Ausbildungsziel Abitur
1950
Schließung der Juristischen Fakultät
- Schließung der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften
- Erweiterungsbau für die Kinderklinik in der Ernst-Heydemann-Straße
- Die Universität übernahm das Gebäude der Gewerbeschule in der Parkstraße für die Technische Fakultät für Schiffbau.
WS 1950/51
Beginn des Lehrbetriebes in der Technischen Fakultät für Schiffbau (Wintersemester). Erweiterung um die Fachrichtungen Schiffsmaschinenbau und Schiffselektrotechnik, ab 1953 Schiffbautechnische Fakultät. Erweiterung um die Fachrichtungen Angewandte Mechanik (1959) und 1963 Landtechnik und Fischereitechnik, ab 1.9.1963 Technische Fakultät
22.2.1951
II. Hochschulreform in der DDR
Die Hochschulen wurden aus der Zuständigkeit der Länder entlassen und dem Staatssekretariat für Hochschulwesen in Berlin unterstellt. Einzelmaßnahmen:
- Einsetzung von vier Prorektoren für Gesellschaftswissenschaften
Forschung, Fern- und Abendstudium
Wissenschaftliche Aspirantur
ab 1957 für wissenschaftlichen Nachwuchs
Studentenangelegenheiten
ab 1957 für Studienangelegenheiten
- Durchführung des 10-Monate-Studienjahres Ausarbeitung von Studienplänen und -verordnungen
obligatorisch:
Gesellschaftswissenschaftliches Grundstudium
Fremdsprachenunterricht
studentische Körpererziehung
Zwischenprüfungen
1951
- Gründung des Instituts für Gesellschaftswissenschaften, ab 1960 Institut für Marxismus-Leninismus, ab 1969 Sektion Marxismus-Leninismus
- Gründung der Abteilung Sprachunterricht, 1953 selbständig, 1957 Abteilung für Fremdsprachen, ab 1978 Institut für Fremdsprachen
- Gründung der Abteilung studentische Körpererziehung, dem Institut für Körpererziehung zugeordnet, 1954 selbständige Abteilung bis 1968, 1968 der Sektion Sportwissenschaften zugeteilt.
WS 1951/52
- Beginn des Lehrbetriebes in der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
- Gründung der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, die betreffenden Fachrichtungen wurden aus der Philosophischen Fakultät herausgelöst
Quelle: 575 Jahre Universität Rostock. Mögen viele Lehrmeinungen um die eine Wahrheit ringen. Rostock 1994, S. 343-345.
Weiterführende Literatur:
Ammer, Thomas: Universität zwischen Demokratie und Diktatur. Ein Beitrag zur Nachkriegsgeschichte der Universität Rostock. Köln 1969.
Boden, Petra: Universitätsgermanistik in der SBZ/DDR. Personalpolitik und struktureller Wandel 1945-1958. In: Boden, Petra (Hg.): Deutsche Literaturwissenschaft 1945-1965. Fallstudien zu Institutionen, Diskursen, Personen. Berlin 1997, S. 119-159.
Glöckner, Hans-Peter: Aasgeier und Schutzengel. Zur Geschichte des Juristischen Seminars an der Universität Rostock 1945-1957. In: Siebert, Stefan (Hg.): Bibliothek zwischen Kontinuität und Wandel. Festschrift für Peter Hoffmann zum 60. Geburtstag. Rostock 2000, S. 227-249.
Handschuck, Martin: Auf dem Weg zur sozialistischen Hochschule. Die Universität Rostock in den Jahren 1945 bis 1955. Bremen 2003.
1951 bis 1968

- Hautklinik in der Augustenstraße
1952
- Schließung der Pädagogischen Fakultät
- Verselbständigung des Pädagogischen Instituts, 1954 in die Philosophische Fakultät eingegliedert
- Gründung der Luftfahrttechnischen Fakultät, 1953 in die Verkehrshochschule Dresden übergeleitet.
- Gründung der Universitätsapotheke im Gebäude der Kinderklinik
1954
Verselbständigung des Instituts für Körpererziehung
1952 aus der Pädagogischen Fakultät in das Pädagogische Institut,
1954 aus dem Pädagogischen Institut ausgegliedert,
1969 Sektion Sportwissenschaft
1954/55
Ausbau und Erweiterung der Hautklinik Augustenstraße
1955
Gründung des Industrie-Instituts für die akademische Ausbildung von erfahrenen und bewährten Praktikern
1959
- Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät übernahm das Gebäude in der Parkstraße
- Fertigstellung Neubau Medizinisches Institutsgebäude II (Hygiene, Pharmakologie, Med. Mikrobiologie) Schillingallee
1960
Fertigstellung Neubau Institut für Agrikulturchemie, Südstadt
1.5.1960
Gründung der Radiologischen Klinik, Schröderplatz; drei Teilgebiete: Röntgendiagnostik, Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Erweiterungsbauten Südstadt, Südring, 1968, 1989
1962
Fertigstellung Neubau Neue Medizinische Klinik, Ernst-Heydemann-Straße
1963
Schließung der Arbeiter- und Bauern-Fakultät
1964
Fertigstellung der Neubauten für den Komplex der Technischen Fakultät, Südstadt
19.6.1964
Gründung des Rechenzentrums
1965
Fertigstellung Neubau Zentralapotheke, Ernst-Heydemannstraße
1967
- Fertigstellung Komplex-Bau Landwirtschaftliche Fakultät, Südstadt
- Gründung des Instituts für Sozialistische Wirtschaftsführung
1968
Fertigstellung 1. Erweiterungsbau Radiologische Klinik, Südstadt, Südring 76
- III. Hochschulreform in der DDR
Neuorganisation der Leitung und Organisation des Hoch- und Fachschulwesens zur besseren und produktiveren Nutzung der Wissenschaft für die Praxis. Die traditionelle Gliederung der Universität in Fakultäten und Institute wurde aufgehoben, es entstand eine neue Struktur.
Rektor
Prorektor, Stellv. d. Rektors
Prorektor für Gesellschaftswissenschaften
Prorektor für Prognose und Wissenschaftsentwicklung
Konzil
Gesellschaftlicher Rat
Wissenschaftlicher Rat
Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik
Fakultät für Gesellschaftswissenschaften
Fakultät für Medizin
Institut für Fremdsprachen
Direktorate für
Planung und Ökonomie
Forschung
Weiterbildung
Internationale Beziehungen
Kader und Qualifizierung
1968
Sektionen
Mathematik
Chemie
Physik
Biologie
Schiffstechnik
Technische Elektronik
Landtechnik
Marxismus-Leninismus
Sprach- und Literaturwissenschaft
Lateinamerikawissenschaften
Geschichte
Sozialistische Betriebswirtschaft
Meliorationswesen und Pflanzenproduktion
Tierproduktion
1969
Sportwissenschaft
Pädagogik und Psychologie
Bereich Medizin
1970
Sektion Theologie
Quelle: 575 Jahre Universität Rostock. Mögen viele Lehrmeinungen um die eine Wahrheit ringen. Rostock 1994, S. 345-348.
Weiterführende Literatur:
50 Jahre Elektrotechnik an der Universität Rostock 2004. Hg. von der Fakultät für Informatik u. Elektrotechnik. Rostock 2004.
Glasow, Matthias: Kaderschmiede des Sozialismus? Die Universität Rostock und die DDR-Hochschulpolitik der 1960er Jahre. In: Jamme, Christoph; Schröder, Asta von (Hg.): Einsamkeit und Freiheit. Zum Bildungsauftrag der Universität im 21. Jahrhundert. München 2011, S. 103-115.
Haendler, Gert: Die Theologische Fakultät Rostock zwischen Mauerbau 1961 und 3. Hochschulreform 1969. In: Niemann, Hermann-Michael (Hg.): Nachdenken über Israel, Bibel und Theologie. Festschrift für Klaus-Dietrich Schunck zum 65. Geburtstag. Frankfurt/M. 1994.
Handschuck, Martin: Die Technische Fakultät für Luftfahrtwesen an der Universität Rostock - Dissonanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. In: Albrecht, Martin: Technikgeschichte kontrovers. Zur Geschichte des Fliegens und des Flugzeugbaus in Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin 2007, S. 104-114.
Kiesow, Ernst-Rüdiger: Theologen in der sozialistischen Universität. Persönliche Erinnerungen und Dokumente 1965-1991. Univ. Rostock, Philos. Fak., Hist. Inst. 2000.
Krätzner, Anita: Mauerbau und Wehrpflicht. Die politischen Diskussionen am Rostocker Germanistischen Institut in den Jahren 1961 und 1962. Rostock 2007 (Rostocker Studien zur Universitätsgeschichte, 7). LINK
Schroeder, Christian: 1927-1997: 70 Jahre Institut für Sportwissenschaft der Universität Rostock. Festschrift anläßlich der Jubiläumsveranstaltung. Rostock 1997.
Wockenfuß, Karl: Streng Vertraulich. Die Berichte über die politische Lage und Stimmung an der Universität Rostock 1955-1989. VERS, Rostock, 2. erw. Aufl. 2002.
1968 bis 1990

- Plakat zur 550-Jahrfeier
12. bis 13.11.1969
Akademische Veranstaltungen zur 550-Jahrfeier der Universität
1973
Das Rechenzentrum erhielt neues Domizil in der Südstadt, Albert-Einstein-Straße
8.1.1976
Verleihung des Namens „Wilhelm-Pieck-Universität“ (Wilhelm Pieck, erster Präsident der DDR)
1.1.1978
Übernahme der Ingenieur-Schule für Schiffbautechnik (gegründet 1.11.1969)
1984
Gründung des Fachbereiches Informatik
1989
Inbetriebnahme 2. Erweiterungsbau Radiologische Klinik, Südstadt, Südring
1989
Gewaltlose politische Wende
Die Universität erkannte den Weg zur demokratischen Erneuerung und leitete den schwierigen Prozeß der strukturellen und personellen Veränderungen ein.
Die mit der III. Hochschulreform in der früheren DDR von 1968 geschaffene Struktur wurde aufgehoben. Es entstand eine neue Struktur, angeglichen dem Hochschulsystem in den alten Bundesländern.
Rektor
2 Prorektoren
Kanzler
Senat
Konzil
Ständige Senatskommissionen
Theologische Fakultät
Philosophische Fakultät
Juristische Fakultät
Medizinische Fakultät
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Agrarwissenschaftliche Fakultät
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Technische Fakultät
ab 1.10.1992 Ingenieurwissenschaftliche Fakultät
Rechenzentrum
Bibliothek
April 1990
Die Universität legte den Namen „Wilhelm-Pieck-Universität“ ab.
1990
Der Fachbereich Informatik erhielt ein neues Gebäude in der Südstadt, Albert-Einstein-Straße
27.8.1990
Annahme der "Vorläufigen Verfassung"
Quelle: 575 Jahre Universität Rostock. Mögen viele Lehrmeinungen um die eine Wahrheit ringen. Rostock 1994, S. 348-349.
Weiterführende Literatur:
Krüger, Kersten (Hg.): Die Universität Rostock zwischen Sozialismus und Hochschulerneuerung. Zeitzeugen berichten. Teil 1-3. Rostock 2007-2009 (Rostocker Studien zur Universitätsgeschichte, 1-3). LINK
Schoenemann, Julius; Seifert, Angelika: Der große Schritt. Die Dritte Hochschulreform in der DDR und ihre Folgen, dargestellt an einem Beispiel aus der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock 1969-1972. VERS, Rostock, 3. Aufl. 2000.
Wockenfuß, Karl: Streng Vertraulich. Die Berichte über die politische Lage und Stimmung an der Universität Rostock 1955-1989. VERS, Rostock, 2. Aufl. 2002.
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