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01.04.2010 Judith Zander - Preisträgerin der Sinecure Landsdorf 2010
Category: Pressemeldungen
Poetikvorlesung an der Universität Rostock
Für ihr Romandebüt „Dinge, die wir heute sagten“ wird Judith Zander (30) mit dem Preis der Sinecure Landsdorf 2010 ausgezeichnet. Als bereits zweite Absolventin des Deutschen Literaturinstitutes Leipzig tritt Judith Zander ihr dreimonatiges Arbeits- und Aufenthalts-Stipendium im April 2010 an. Die Stifter der Sinecure Landsdorf, Angela und Gerd Schäfer, haben das Stipendium mit einem monatlichen Salär, einer Wohnung im Gutshaus Landsdorf (bei Tribsees, Mecklenburg-Vorpommern) und diversen kulturellen Angeboten ausgestattet: einer Lesung, einem Konzert im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern usw. Eine Einladung der Universität Rostock zu einer Poetikvorlesung sowie der Besuch eines Seminars bei der Autorin in Landsdorf gehören ebenfalls zum Programm der Sinecure. Bisherige Stipendiaten waren Ralf Thenior (2008) und Heike Geißler (2009). Der Debütroman von Judith Zander erscheint im September bei dtv premium.
„Sie achtet nicht, wie eng die Verhältnisse sind, wie begrenzt der Spielraum, wie erstarrt die Regeln. Sie atmet Welt“, sagt Wolfgang Koeppen über die 19-jährige Maria, die Protagonistin seiner Erzählung „Jugend“ von 1976. „Das gilt auch für die Literatur, die im Nordosten ihren Ursprung nimmt: Sie ist weitläufig, obgleich die Verhältnisse beengt wirken, sie eröffnet sich Spielräume, wo die Menschen auf Grenzen stoßen“, sagte Prof. Dr. Lutz Hagestedt vom Institut für Germanistik der Universität Rostock. „Judith Zander knüpft mit ihrem ersten Roman an diese große erzählerische Kraft des Nordens an, die durch Namen wie Uwe Johnson, Wolfgang Koeppen oder auch Brigitte Reimann repräsentiert wird“, so Hagestedt.
Die junge Autorin erzählt von Bresekow, einem verschwiegenen Dorf in Vorpommern, von Heimat und Hölle: Die alte Frau Hanske ist gestorben, und zur Beerdigung treibt es ihre Tochter Ingrid aus dem fernen Irland nach Bresekow zurück. Aus „Mangel an Welt“ hatte Ingrid ihre Heimat vor Jahren fluchtartig verlassen. Nun ändert ihr Besuch vieles im Dorf, bringt die Bewohner zum Sprechen und wirft, gerade für die Familien Ploetz und Wachlowski, alte und neue Fragen auf – Fragen über ihr derzeitiges Leben und die Verstrickungen von einst. Bresekow, schon immer eine kleine Welt, eng, abgelegen, von Verfall bedroht, wird hier zum Brennspiegel der Gegenwart. Drei Generationen erzählen mit großer Sprachkraft von Provinz und Alltag, von Freundschaft und Verrat, vom Leben selbst.
Zur Person:
Judith Zander wurde 1980 in Anklam geboren, lebt in Berlin. In Greifswald und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studierte sie Germanistik, Anglistik, Mittlere und Neuere Geschichte. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, u. a. den Lyrikpreis beim open mike 2007 sowie den Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis 2009. Judith Zander übersetzt und verfasst Lyrik und Prosa. „Dinge, die wir heute sagten“ ist ihr erster Roman.
Kontakt:
Universität Rostock
Institut für Germanistik
Prof. Dr. Lutz Hagestedt
Telefon: +49 (381) 498-2569
E-Mail: lutz.hagestedt@uni-rostock.de
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