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18.06.2009 Aus heiterem Himmel vom Blitz getroffen
Category: Pressemeldungen
Prof. Emil Reisinger, Direktor der Abteilung für Tropenmedizin und Infektionskrankheiten an der Uniklinik in Rostock warnt vor Blitzschlag. Gleichzeitig betont der Mediziner, dass die Überlebensrate bei Blitzschlagopfern bei rasch einsetzender Herzmassage überdurchschnittlich gut sei. Für den Helfer besteht hier keine Gefahr durch Stromspannungen.
Annähernd 2 Millionen Blitze gehen jährlich in Deutschland nieder. Davon erreichen nur etwa 10% die Erde. Während im 19. Jahrhundert noch etwas mehr als 300 Menschen pro Jahr an den Folgen eines Blitzschlages verstarben, sind es heutzutage in Deutschland nur noch 3-7 Menschen pro Jahr. Das sind 10-30% der gesamten Blitzopfer. Die seltenere Arbeit auf offenen Feldern und der bessere Schutz in Autos und Häusern mit Blitzableitern ist eine Erklärung für diese verminderte Zahl an Opfern. Die Mehrzahl der Verletzungen durch Blitzschlag ereignet sich während der Sommermonate außerhalb von Gebäuden, beim Arbeiten, Wandern oder Schwimmen. Meist sind die Opfer junge Männer, wozu ihr Arbeits- und Freizeitverhalten beiträgt. Alleine auf Fußballplätzen gab es in Deutschland im Zeitraum von 1995 bis 2008 mindestens neun Blitzunfälle auf Fußballplätzen mit ca. 180 Verletzten und einem Toten.
Kürzlich berichteten die Mediziner der Uniklinik Rostock über einen Blitzeinschlag aus heiterem Himmel bei einer Gruppe von sechs Wanderern in den medizinischen Fachzeitschrift „Deutsche Medizinische Wochenschrift“ und „Der Notarzt“. Alle sechs Blitzopfer haben mit unterschiedlich schweren Verletzungen überlebt.
„Da es bei einem Blitzschlag zur Einwirkung von elektrischer, thermischer und mechanischer Energie kommt, können die Schäden beim Menschen sehr unterschiedlich sein“, erklärt Prof. Reisinger. „Unter anderem werden folgende Symptome beobachtet: Herzstillstand und Herzrhythmusstörungen, Atemlähmung, Verbrennungen, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheitszustände, Knochenbrüche, Blutungen und Folgeschäden nach Stürzen. Lebenslang bleibende Schäden wie Lähmungen und Missempfindungen an der Haut werden bei bis zu 75% der Betroffenen beschrieben. Die rasch einsetzende Wiederbelebung mit Herzmassage hat einen überdurchschnittlich hohen Erfolg“.
Reisinger empfiehlt folgende Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Blitzschlägen:
den Wetterbericht beachten
- bei Blitzgefahr nicht auf Bergkämmen oder Höhenzügen aufhalten
- große Bäume (egal ob Buchen oder Eichen) oder Sendemasten meiden
- auf einer Freifläche in die Hocke gehen und die Füße dicht aneinander stellen, um die gefährliche Schrittspannung zu minimieren
- nicht auf den Boden legen, da man andernfalls die Angriffsfläche zur Stromaufnahme stark vergrößert
- Handys oder ähnliche elektronische Geräte während eines Gewitters nicht benutzen
- Regenschirme nicht benutzen
- Schutz im Auto, in Gebäuden oder unter überdachten Tribünen suchen und keine Metallteile berühren
Kontakt:
Prof. Dr. med. Emil C. Reisinger
Abteilung für Tropenmedizin und Infektionskrankheiten
Universitätsklinik Rostock
Ernst-Heydemann-Straße 6, D-18057 Rostock
Tel.: 0049-381-494-7511, Fax.: 0049-381-494-7509,
E-Mail: emil.reisinger@medizin.uni-rostock.de
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