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18.10.2012 Gesünder durch Gartenarbeit
Category: Startseite, Pressemeldungen
Gartentherapie als neues berufsbegleitendes Angebot an der Universität Rostock
Die Universität Rostock plant für April 2013 ein neues, interdisziplinäres Studienformat unter dem Titel Garten & Gesundheit – Gartentherapie. „Es ist als universitäres Angebot bislang einzigartig in Norddeutschland“, sagt Katja Dahlmann vom Zentrum für Qualitätssicherung in Studium und Weiterbildung (ZQS) der Universität. Das berufsbegleitende Studienformat, das nach etwa eineinhalb Jahren mit dem Abschluss eines Zertifikates der Universität Rostock endet, wendet sich an Fach- und Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen, zum Beispiel der Pflege oder der Rehabilitation sowie an Berufstätige, die in der Kinder- und Jugendarbeit, in Einrichtungen zur Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen arbeiten und andere Interessierte, die eine Zusatzqualifikation anstreben. Das Projekt KOSMOS (Konstruktion und Organisation eines Studiums in offenen Systemen) im Rahmen des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen“ macht es möglich, dass die Teilnahme an der wissenschaftlichen Weiterbildung kostenfrei ist.
Gartentherapie ist eine neuartige Therapieform, bei der Pflanzen und Gartenaktivitäten als wirksame Komplementärtherapie gezielt zur Stärkung des sozialen, psychischen und körperlichen Wohlbefindens von Menschen eingesetzt werden. Wie Gartentherapie funktionieren kann, darüber beraten Experten am kommenden Wochenende auf einem Workshop in Rostock.
Unterstützung findet das Projekt beim Rektor der Universität Rostock, Professor Wolfgang Schareck. „Gartentherapie ist ein hervorragendes Mittel, gerade älteren Menschen Hilfe zur Gesunderhaltung und zur Wiederherstellung geistiger und körperlicher Aktivität zu vermitteln.“ Dieses Weiterbildungsangebot bietet auch Ansätze für die Forschung. Wie wirkt sich beispielsweise frische Luft und eine duftende Pflanzenwelt auf die Psyche Demenzkranker oder älterer Menschen aus? Wenn Patienten im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst gärtnerisch tätig werden könnten, würde dies ihr Selbstwertgefühl, das Wohlbefinden und den Krankheitsverlauf sicher positiv beeinflussen. Prof. Schareck befürwortet deshalb gerade auch als Mediziner, dass sich die Hochschule für solche und andere Bildungsangebote öffnet.
Professor Stefan Porembski, Direktor des Botanischen Gartens sowie der Rostocker Landschaftsarchitekt Thomas Henschel sind die maßgeblichen Ideengeber und Träger der Initiative. Landschaftsarchitekt Thomas Henschel entwickelte als einer der ersten Experten die Idee für eine Gartentherapie. Bereits in den 90er Jahren, als er für das Seniorenzentrum in der Kleinstadt Tessin planerisch tätig war, befasste er sich mit diesem Thema. Der Experte stieß vor einigen Monaten in Rostock auf das Engagement zweier Mitarbeiterinnen der Universität im ZQS, die das Thema Gartentherapie auf anderem Wege für sich entdeckt hatten. Durch einen Studiengang an der Universität Wien aufmerksam geworden, wollen sie nun an der Universität Rostock ein ähnliches Weiterbildungsangebot zum Thema Gartentherapie schaffen. Beschäftigungen im Kontext von Sozial- und Gesundheitseinrichtungen zu ermöglichen, für den jeweiligen Menschen die richtige Tätigkeit und das richtige Maß zu finden, sind für Henschel wichtige Ziele der Gartentherapie.
Die Vorbereitungen für das Weiterbildungsangebot laufen. Der Direktor des Botanischen Gartens und dessen Kustos, Dr. Dethardt Götze, hatten von Anfang an ein offenes Ohr für das Thema. Beide Experten sind überzeugt, dass der Botanische Garten über seine wissenschaftliche Funktion und seine Bedeutung als beliebter Naherholungsort Rostocks hinaus eine Bedeutung als Therapieort haben könnte.
Hintergrund
Die Geschichte Botanischer Gärten ist auf das Engste verbunden mit der Entwicklung von Heilkunde und Medizin und der Rostocker Garten verfügt mit seinen Anlagen und Pflanzenbeständen über hervorragende Voraussetzungen, als gärtnerische Basis für Gartentherapie zu dienen. Bereits seit Herbst 2011 betreibt Thomas Henschel als „Probelauf“ im Botanischen Garten ein Therapieprojekt, zu dem einmal in der Woche Klientinnen und Klienten zum gemeinsamen Gärtnern kommen. Die Tomaten- und Kartoffelernte belohnte kürzlich für die Mühen der Gartenarbeit. „Aber entscheidender ist der Gewinn für Körper und Seele, den die Teilnehmer spüren“, ist der Experte überzeugt. Partner aus der Medizin haben inzwischen ebenfalls Interesse an dem Vorhaben bekundet.
Nähere Informationen
www.weiterbildung.uni-rostock.de/zertifikatskurse/gartentherapie/garten-gesundheit/
www.kosmos.uni-rostock.de/kosmos-studienformate/garten-gesundheit-gartentherapie/
Kontakt:
Universität Rostock
Zentrum für Qualitätssicherung in Studium und Weiterbildung
Katja Dahlmann
Fon: +49 (0)381 498 1257
Mail: katja.dahlmann(at)uni-rostock.de
Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Fon: +49 (0)381 498 1013
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