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16.09.2009 Historisches Kartenwerk Mecklenburgs führt zu Doktorwürden
Category: Pressemeldungen
Lutz Kreßner analysiert historische Karten
Die Überführung von Kulturbeständen von der analogen in eine digitale Form hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Zahlreiche Fördermittel gehen in die Digitalisierung ganzer Bibliotheksbestände, aber auch kommerzielle Firmen wie Microsoft oder Google versuchen, große analoge Bestände wie Bücher, Gemälde etc. in digitale Form zu überführen. Digital lassen sich solche Daten dann wesentlich einfacher einer großen Nutzer-, speziell aber auch einer interessierten Wissenschaftlergemeinde zugängig machen. Dabei sind je nach Digitalisat die technischen und organisatorischen Voraussetzungen fachspezifisch zu entwickeln. Karten stellen hier eine besondere Herausforderung dar.
Die Erschließung historischer Kartenwerke (auch Altkarten genannt) in digitaler Form als Quelle für interdisziplinäre Kulturlandschaftsforschung beschäftigt die Professur für Geodäsie und Geoinformatik seit über einem Jahrzehnt. Um 2000 herum wurde erstmals der Versuch unternommen, ganze Kartenwerke einer Region in homogener Form digital anzubieten. Mit dem Scannen der Altkarten von Wiebeking (1786-1788, 48 Blatt, 1:24.000) und Schmettau (1788, 16 Blatt, 1:50.000) sowie der Messtischblätter (1877-1889, 168 Blatt, 1:25.000) liegen mit die ersten topographischen bzw. thematischen Kartenwerke des Landes Mecklenburg-Vorpommern (genauer der Herzogtümer Mecklenburg-Strelitz bzw. Mecklenburg-Schwerin) in hervorragender Qualität vor. Durch die Dissertation von Lutz Kreßner werden diese gescannten Karten nun hinsichtlich ihrer geometrischen Qualität sowie ihrer Entstehung und daraus folgend der thematischen Eignungsfähigkeit für wissenschaftliche Auswertungen speziell im Zusammenhang mit der Kulturlandschaftsforschung analysiert. Mit dem Abschluss der Arbeit stehen diese Altkarten nun georeferenziert und qualitätsgeprüft zu Verfügung und können im Sinne historischer digitaler Forschungsprimärdatenbestände der Wissenschaft bereitgestellt und in Geo-Informationssysteme integriert werden. Hier liegt noch viel Arbeit für Fachwissenschaftler vor, die im Rahmen moderner Kulturlandschaftsforschung nun in einem virtuellen Landschaftsforschungslabor mit einer Gebietsausdehnung von 13.000km² über 250 Jahre zurückblicken können. Vergleichbares gibt es wohl eher selten auf der Welt.
Für Rückfragen steht bereit:
Prof. Dr.-Ing. Ralf Bill
Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät
Institut für Management ländlicher Räume
Professur für Geodäsie und Geoinformatik
Justus-von-Liebig-Weg 6
18059 Rostock
Tel.: +49(0)381-498-3200
E-Mail ralf.bill(at)uni-rostock.de
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