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09.11.2012 Selbstbestimmt leben im Alter

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Eine Ringvorlesung an der Uni Rostock will zeigen, wie es gelingen kann

Der demographische Wandel – wie sich die Altersstruktur bis 2050 verändern wird.

Die Universität Rostock stellt sich mit einer besonderen Vorlesungsreihe auf die alternde Bevölkerung ein. Wissenschaftler und Experten verschiedener Fachrichtungen diskutieren öffentlich das große Thema: „Selbstbestimmt leben im Alter“. Nahezu ein Viertel aller Rostocker sind 65 Jahre und älter. Konkret heißt das: von den 204.320 Hansestädtern haben 46.752 das Rentenalter erreicht. „Der demografische Wandel ist deshalb auch für Rostock eine enorme Herausforderung, insofern ist es gut, dass die Universität dieses Problem aus wissenschaftlicher Sicht öffentlich umfassend beleuchtet“, sagt Ulrich Kunze, Sprecher der Stadtverwaltung.

„Mit dem Älterwerden müssen sich immer mehr Menschen auseinandersetzen“, begründet Juliane Schuldt , Mitarbeiterin der wissenschaftlichen Weiterbildung, das Engagement für die Ringvorlesung. Sie hat die neun öffentlichen Veranstaltungen gemeinsam mit der Leiterin des Departments „Altern des Individuums und der Gesellschaft“, Professorin Thusnelda Tivig, für alle Interessierten organisiert.

Am Montag (12. November, 17.15 bis 18.45 Uhr) startet die erste Vorlesung auf dem Campus Ulmenstraße, Arno-Esch Hörsaal 1, mit dem Vortrag von Professor Andreas Heuer vom Institut für Informatik. Er setzt sich mit der spannenden Frage auseinander: Assistenztechnologien und elektronische Patientenakte: Selbstbestimmung oder gläserner Patient? Für den Einsatz solcher Assistenzsysteme werden automatisch über Sensoren Informationen über die Person und ihre Umgebung erfasst. Eine solche Überwachung scheint zusammen mit den in der elektronischen Patientenakte gespeicherten Daten auf den gläsernen Patienten hinauszulaufen, was zuweilen Ängste weckt. Prof. Heuer wird in seinem Vortrag neben vielen konkreten Beispielen auch Techniken beschreiben, mit denen Informatiker den gläsernen Patienten oder den überwachenden „Big Brother“ verhindern können. „Vor dem Vortrag können interessierte Besucher Geräte testen“, kündigt Juliane Schult an.

Bis zum 28. Januar 2013 werden dann weitere Experten der Universität die ältere Generation über spannende Alltagsfragen informieren. Die Rostocker Medizinsoziologin Dr. Britta Müller beispielsweise arbeitet mit an einer seit 1993 laufenden interdisziplinären Längsschnittstudie des Erwachsenenalters (ILSE) deren Ziel es ist, die individuellen und gesellschaftlichen Bedingungen für gesundes, selbstbestimmtes und von Lebenszufriedenheit geprägtes Altern zu beschreiben und zu analysieren. Hierzu werden die zwei Geburtsjahrgänge 1930-32 und 1950-52 im Quer- und Längsschnittvergleich untersucht. So wird es möglich, den Alterungsprozess von 1.400 Probanden aus Rostock, Heidelberg und Leipzig einer differenzierten Analyse zuzuführen. „Selbst wenn ein Partner stirbt, die Menschen mit gesundheitlichen Einbußen klar kommen müssen, sind viele zufrieden mit ihrem Leben“, nennt Frau Dr. Müller ein Ergebnis aus der älteren Gruppe. Für die Wissenschaftlerin ist das ein „Zufriedenheitsparadoxum“. Die Begründung: „Die Menschen haben im Alter die Fähigkeit, das emotionale Wohlbefinden so zu regulieren, dass es ihnen gut geht“. Ältere vergleichen ihren Alltag auch mit den entbehrungsreichen Jahren ihrer Kindheit. „Sie setzen sich bewusst die rosa Brille auf und rücken Positives in den Vordergrund“, hat Dr. Müller unter anderem herausgefunden. Näheres dazu ist am 28. Januar in ihrem Vortrag zu hören.

Wie lebenslanges Lernen gelingen kann, darüber wird der Psychologe Professor Peter Kropp am 3. Dezember reden. „Das Lernen wird gefördert, wenn der alternde Mensch neugierig ist und Fragen stellt“, sagt der Experte, der neuste Erkenntnisse aus der Alterns- und Lernforschung vorstellen und interpretieren wird. Er rät: „Immer in Kontakt mit anderen Menschen bleiben und sich austauschen“. Besonders die Beziehungen zur Enkel-Generation sind aus Sicht des Experten dabei sehr wertvoll. Wer dann noch praktische Fähigkeiten, zum Beispiel Sport ausübt, bleibt am ehesten fit, weiß Kropp.
In der Veranstaltungsreihe wird erwartungsgemäß die Alzheimer-Krankheit nicht ausgespart. Professor Stefan Teipel wird in seinem Vortrag am 14. Januar 2013 neueste Erkenntnisse zur Prävention und Frühbehandlung dieser gefürchteten Krankheit des Alters vorstellen. Nähere Informationen: (www.weiterbildung.uni-rostock.de/ringvorlesung)





Kontakt
Universität Rostock
Zentrum für Qualitätssicherung in Studium und Weiterbildung
Juliane Schuldt
Fon: +49 (0)381 498 1264
Mail: juliane schuldt@uni-rostock.de

Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Fon: +49 (0)381 498 1013
Mail: ulrich.vetter(at)uni-rostock.de
Web: www.uni-rostock.de

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