Carsten Wagner

Schilderung meiner Erfahrung während des berufsbegleitenden Masterstudiengang „Umweltschutz“ an der Universität Rostock

In meinem ersten Diplom-Studium der Landschaftsentwicklung an der Fachhochschule Osnabrück vertiefte ich vielfältige Grundlagen des Naturschutzes. Nach Studienabschluss arbeitete ich einige Jahre gutachterlich im Rahmen von unterschiedlichen Naturschutz-Projekten; seit nahezu zehn Jahren arbeite ich als Angestellter am Regierungspräsidium Tübingen im Referat für Naturschutz und Landschaftspflege, wo mein beruflicher Schwerpunkt in der Umsetzung der Richtlinie Natura 2000 liegt.

Neben meiner fachlichen Tätigkeit, wollte ich aber auch meine berufliche Entwicklung nicht aus den Augen verlieren, aus diesem Grunde erkundigte ich mich nach Möglichkeiten der Fortbildung. Nach der Recherche verschiedener Optionen hat mich das Angebot des berufsbegleitenden Masterstudiengang „Umweltschutz“ der Universität Rostock besonders angesprochen, da ich insbesondere meine Erwartungen an ein breitgefächertes Angebot von Studieninhalten erfüllt sah.

Die ersten Wochen des Studiums (und den Rest übrigens auch!) habe ich als sehr spannend und bereichernd empfunden. Während der letzten Jahre hat sich nicht nur das Thema Natur und Umwelt gravierend geändert, sondern auch die Form wie man lernt bzw. dass es überhaupt möglich ist sich nebenberuflich universitär weiterzubilden. Technische „Hürden“ waren für mich im ausgereiften digitalen Zeitalter weitestgehend nicht vorhanden; die zweigleisige Bearbeitungsmöglichkeit (Papier-Lehrbriefe und pdf-Versionen) waren für mich von immensem Vorteil, da ich jederzeit und an jedem Ort lernen und lesen konnte. Die Lernplattform Stud.IP schaffte einen zusätzlichen Rahmen, der es schnell und einfach ermöglicht an laufenden Diskussionen teilzunehmen sowie weitere Informationen logisch gegliedert zu erhalten.

Mit 40-Stunden-Stelle und Familie mit vier kleinen Kindern vom Säuglings- bis Kleinkindalter habe ich während des Studiums definitiv die Grenzen von Zeit- und Selbstmanagement sowie Disziplin und Hartnäckigkeit erreicht. Neben den positiven Seiten des häufigen Mail-Kontakts und Telefonaten mit Kommilitonen sowie Präsenzveranstaltungen, die ich als sehr motivierend empfand, galt es nichts desto trotz 20 Stunden in der Woche für´s lernen „frei zu schaufeln“. Ich habe i.d.R. morgens um fünf begonnen (bevor die Kinder wach wurden) und habe nach Büro und Familie von ca. 20.30 bis 23.00 weitergelernt. Das Programm lief sieben Tage die Woche, denn am Wochenende über Tag hatten meine Frau und die Kinder Vorrang. Im Nachhinein wundere ich mich aber schon über mein stoisches Gemüt während der letzten beiden Jahre. Es waren sicherlich die Inhalte, die mich positiv gereizt haben so dass zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise Zweifel über die Richtigkeit dessen, was ich studierte, aufkamen.

Die Inhalte des Studiums haben durchaus meinen Alltag verändert, da ich in einem interdisziplinären Umfeld unterschiedlicher Verwaltungsebenen und Fachbereichen arbeite, z. B. Land-, Forstwirtschaft, Gewässer und Straßenbau. Meine bisherigen Standpunkte habe ich durch das Gelernte Wissen erweitern können; auch habe ich mir durch das Bearbeiten von Einsendearbeiten den fachlichen Kollegenkreis um Fachbereiche erweitern können, mit denen ich sonst selten bis nie in Kontakt trete.

Ein Rezept für ein erfolgreiches Studium ist sicher sehr individuell. Mir haben folgende Punkte geholfen: Respekt haben, aber keine Angst; sich darauf einstellen, dass man zwei Jahre den bisherigen Alltag nicht bzw. anders weiterlebt; ich habe keinen Stundenplan benötigt, aber je nach Stoff und Aufgabe es ist sicher ratsam spätestens nach 1,5 – 2 Stunden was anderes zu lernen (und dazwischen die Spülmaschine ausräumen, die Windeln waschen oder was auch immer, Hauptsache Pause.) Sicherlich ist es auch ratsam sich „Zielmarken“ zu setzen, wann man wo stehen will; dies ist insbesondere für die ESAs wichtig, aber auch bis wann man z. B. einen Lehrbrief durchgearbeitet haben will; Ruhe bewahren, denn die Pakete mit den Lehrbriefen „erschlagen“ einen … also, weglegen und einen nach dem anderen durchackern; Selbststudium ist viel, aber nicht alles … also, Arbeitsgruppe bilden und fachliche Hilfe, Diskussion und Erfahrung annehmen (das spannende ist ja schließlich auch, dass sich durch das Studium ein Netzwerk bereits beruflich etablierter Fachleute neu bildet).

Nach erfolgreich abgeschlossenem Studium kann ich eine durchweg positive Bilanz ziehen, unter anderem auch deshalb, weil ich im Anschluss eine neue höher dotierte Stelle bekommen habe.