Thementage Antisemitismus

- distanced edition vom 16. bis 23. November 2020 an der Uni Rostock -

Eigentlich für April geplant finden die Thementage Antisemitismus 2020 nun in der "distanced edition" im November statt – denn auch 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz stellen antisemitische Straftaten und Einstellungen noch immer ein Problem dar. Durch die Thematisierung von Antisemitismus möchten das Vielfaltsmanagement und der AStA zu einer Hochschulkultur beitragen, in der Toleranz und Weltoffenheit unverzichtbare Werte sind. Die Thementage sollen den Angehörigen der Universität Rostock sowie der interessierten Öffentlichkeit eine Möglichkeit bieten, sich mit diesem gesellschaftlich relevanten Thema auseinanderzusetzten.

Auf einem dunkelblauen Hintergrund in Aquarell-Optik sind in drei gelb umrandeten Kästchen die Veranstaltungen kurz beschrieben. Am unteren Rand des Flyers sind die Logos der Uni, des AStA und es Vielfaltsmanagements (v.l.n.r.) abgebildet.

In zwei Vorträgen und einem online-Workshop wird in dieser "distanced edition" auf zeitgenössische Formen des Antisemitismus eingegangen:

Vortrag: Antisemitismus im Deutschrap

16.11. // 18:00Uhr // live auf dem YouTube-Kanal des AStA

Hip-Hop ist derzeit nicht nur die einflussreichste Jugendkultur in Deutschland, sondern erlaubt durch die ihm innewohnenden Mechanismen einen Blick in Teile der Gesellschaft, die sich der bürgerlichen Wahrnehmung oft entziehen. Dabei hat Deutschrap spätestens seit den vergangenen zehn Jahren in Teilen seinen Underground-Status verloren und ist im Mainstream angekommen. Dass seitdem verstärkt auch antisemitische Tendenzen in dieser Subkultur diskutiert werden, macht sichtbar, was gern kaschiert wird.

Der Vortrag wirft einen Blick auf zeitgenössischen, deutschen Rap und will die Frage beantworten, ob Antisemitismus darin Randphänomen ist oder konstituierendes Element sein kann.

Vortrag: Antisemitismus und Antifeminismus im Rechtsterrorismus

18.11. // 18:00 Uhr // live auf dem YouTube-Kanal des AStA

Antisemitische und antifeministische Ressentiments sind sowohl eng miteinander als auch mit einer verschwörungsideologischen Weltsicht verknüpft. Sie treten ineinander verschränkt auf, transportieren und ergänzen sich wechselseitig. Feminismus „verweibliche“ die Männer, verwehre den Frauen ihre natürliche Bestimmung, „frühsexualisiere“ die Kinder und gefährde dadurch das Wohl des „deutschen Volkes“ - so verlautbaren rechte Gruppen, Parteien und Attentäter. Im virtuellen Raum beschreiben verschwörungsideologische Blogs und Websites den Feminismus als Herrschaftsinstrument der „jüdischen Elite“, das zur Schwächung und letztlich zur Vernichtung des „deutschen Volkes“ eingesetzt werde.

Der Vortrag zeichnet die Verschränkungen von Antisemitismus und Antifeminismus, insbesondere im Rechtsterrorismus, nach. Er wird in Kooperation mit der AG Gender und Queer Studien der Uni Rostock organisiert.

Online-Workshop: Vom Schlafschaf zur Vernichtungsphantasie – zum Zusammenhang von Antisemitismus und Verschwörungsideologien

23.11.2020 // 16:00 – 20:00 Uhr // Anmeldung bis 13.11.2020 unter diversity@uni-rostock.de

„Jeder kennt ein, der von Verschwörung schwadroniert“ rappte schon die Antilopen-Gang. Und tatsächlich bringt die Corona-Pandemie den Glauben an finstere Mächte, die ihre Finger im Spiel haben, wieder besonders deutlich hervor. Durch die Analyse von einem bunten Potpourri der Verschwörungsideologien werden wir gemeinsam nach ihrem Verhältnis zum Antisemitismus fragen und ihre Funktion untersuchen. Darauf aufbauend werden wir Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit solchen Erzählungen im Alltag entwickeln.

Anmeldung bis 13.11.2020 unter diversityuni-rostockde

 


Ausschlussklausel

Auch online gilt: für menschenfeindliche Einstellungen ist kein Platz! Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die radikal-rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.