3. Tag der Bestandserhaltung in Mecklenburg-Vorpommern: Gemeinsam für den Schutz des schriftlichen Kulturguts

Fotos: Edeltraud Altrichter/Uni Rostock
Staatssekretär Sebastian Schröder

Heute findet in der Aula der Universität Rostock der 3. Tag der Bestandserhaltung in Mecklenburg-Vorpommern statt, der gemeinsam vom Deutschen Bibliotheksverband (dbv) und dem Verband der deutschen Archivarinnen und Archivare (VdA) veranstaltet wird. Archiv- und Bibliotheksmitarbeiter aus dem Land kommen zusammen, um sich fortzubilden und sich über Strategien der Bestandserhaltung und der Notfallplanung auszutauschen. Im Mittelpunkt der Vorträge stehen der Kulturgutschutz und die Stärkung der Infrastruktur, um die wertvollen Originale in Archiven und Bibliotheken für kommende Generationen zu erhalten.

Eine 2013 durchgeführte bundesweite Erhebung in den Archiven und Bibliotheken des Landes hat gezeigt: Das schriftliche Kulturgut des Landes ist in seinem Erhalt stark bedroht. Seine Erhaltung und Digitalisierung ist eine gesellschaftliche Aufgabe von grundlegender und generationenübergreifender Bedeutung. Dazu wollen die Archiv- und Bibliotheksverbände des Landes durch regelmäßige Fortbildungen beitragen. Das 2017 erstmalig aufgelegte, mit 100.000 € dotierte Förderprogramm des Landes, unterstützt die nichtstaatlichen Archive und Bibliotheken dabei, ihre wertvollen Originale zu retten.
„Wenn nicht schnell gehandelt wird, droht wichtiges Kulturerbe verloren zu gehen. Wir freuen uns daher, dass die Landesregierung hier zugunsten der nichtstaatlichen Sammlungen handelt, bei denen ein besonderer Handlungsbedarf besteht.  Dadurch haben wir auch die Chance, ergänzende Gelder einzuwerben, die in diesem Jahr erstmals von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt werden“, erklärt der Direktor der Rostocker Universitätsbibliothek, Robert Zepf, als Vertreter des Deutschen Bibliotheksverbands.

Neben Fachvorträgen zur Erhaltung des Schriftguts und zur digitalen Präsentation der wertvollen Kulturgüter am Vormittag tauschen sich die Fachleute am Nachmittag in praxisorientierten Konsultationen im Historischen Magazin der Universitätsbibliothek und im Universitätsarchiv Rostock über das Thema Kulturgutschutz und Notfallplanung aus. Nicht erst seit dem Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar 2004 oder dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln 2009 stehen Kultureinrichtungen vor der Herausforderung, frühzeitig Vorkehrungen zu treffen, um Beschädigung und Zerstörung von Kulturgut zu vermeiden. Was tun, wenn doch einmal etwas passiert? „In vielen Städten und Regionen Deutschlands haben sich Archive, Bibliotheken und Museen zu sogenannten Notfallverbünden zusammengeschlossen, um im Schadensfall schnell und unbürokratisch gegenseitige Hilfe zu leisten“, erläutert Dr. Bernd Kasten, Vorsitzender im Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Verbands deutscher Archivarinnen und Archivare. „Auch für Mecklenburg-Vorpommern wird derzeit die Einrichtung von Notfallverbünden vorbereitet – mit Schwerpunkten in Schwerin, Rostock und Greifswald.“ Der Tag der Bestandserhaltung in Mecklenburg-Vorpommern wurde 2013 auf Initiative der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) ins Leben gerufen. Unterstützt wird die Fortbildungsveranstaltung vom Deutschen Bibliotheksverband und dem Land Mecklenburg-Vorpommern.


Kontakt:
Robert Zepf
Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des dbv
Universitätsbibliothek Rostock
Tel.: +49 (0) 381 498 8600
robert.zepf(at)uni-rostock(dot)de

Dr. Bernd Kasten
Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des VdA
Tel.: +49 (0) 385 593 6243
bkasten (at)schwerin(dot)de


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