Fremdsprachiges Studierenden-Theaterfestival in Rostock: Zwei Theaterabende zwischen Hörsaal, Bühne und der weiten Welt

Philosophische Fakultät
Premiere der Inszenierung von „Juste la fin du monde“ in Nantes (2017) © Karsten Forbig
Plakat Rencontre sur scène #5 (2017) © Jean-Pierre Gehrke

Das bestätigt aus vollster Überzeugung die Rostocker Studentin Nathalie Bisdorff, die nun schon seit vier Jahren dabei ist. Ihr Urteil zu diesem nicht ganz unialltäglichen Projekt: „Ich habe durch das Mitwirken beim französischen Theater viel über die Konzeption und Inszenierung von Theaterstücken gelernt.“ Diese Erfahrungen möchte die künftige Lehrerin in ihren späteren Schulalltag mitnehmen. Ihr Ziel ist es schon jetzt, „einmal selbst ein Stück mit einer Klasse auf die Beine zu stellen.“ Da die Produktionen des Atelier de théâtre meist Eigenkreationen und zudem alle an der Inszenierung beteiligt seien, „setzt man sich sehr intensiv und effektiv mit der französischen Sprache auseinander. Für den Bühnenauftritt kommt es dann natürlich noch darauf an, immer wieder an der Aussprache zu feilen“, urteilt die theaterbegeisterte Studentin. Wer sich in einer fremden Sprache spielerisch ausdrücken könne, habe die besten Voraussetzungen, sie anderen zu vermitteln. Die Zusammenarbeit mit Muttersprachler/innen ist ein wichtiger Bestandteil. So sind auf beiden Seiten auch immer ERASMUS-Studierende aus den Universitäten an der Loire und der Ostsee dabei.

„Nach fünf Jahren Austausch ist es fast schon wie ein Besuch bei der Verwandtschaft“, sagt Christoph Behrens, jetziger Leiter der Theatergruppe und wissenschaftlicher Mitarbeiter für französische und italienische Literaturwissenschaft der hiesigen Romanistik. Gerade ist er aus Nantes zurückgekehrt und hält fest: „Langweilig wird es uns nicht. Die immer wieder neuen Stücke, die Vielfalt an Menschen und Ideen reizen und inspirieren jedes Jahr alle Beteiligten neu. Sich im Studium kreativ und produktiv mit fremden Sprachen, Literaturen und Kulturen auseinanderzusetzen, ist für Europa gerade jetzt von besonderer Bedeutung.“
Zum 5-jährigen Jubiläum wird aus dem ehemaligen Rendezvous zwischen Deutschen und Franzosen nun ein Theaterfestival. Denn in diesem Jahr wird es fünf Stücke in der Zeit vom 1. bis 2. Juni 2017 in der Bühne 602 am Rostocker Stadthafen zu sehen geben. Außerdem wird sowohl in der deutschen und französischen Sprache als auch auf Englisch und Spanisch gespielt werden. Die verschiedenen Inszenierungsstile bedienen klassische Monologe genauso wie experimentelle intermediale Bewegungssequenzen. „Jedes Stück ist anders! Durch das facettenreiche Programm entsteht ernstzunehmende, spannende Theatervielfalt die Geschmäcker bedient und zugleich herausfordert“, rät Dr. Andrea Zittlau, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Rostocker Nordamerikanistik, die in diesem Jahr zusammen mit Behrens den Weg nach Nantes angetreten ist. Dort erarbeiteten die beiden ein deutsch-französisches Performance-Projekt, das nun beim Gegenbesuch der Nanter in Rostock das Festival abrunden wird.
Das Fremdsprachige Studierenden-Theaterfestival in Rostock lädt ein, den Spagat zwischen Hörsaal, Bühne und der weiten Welt mitzuerleben, vielleicht auch in Schwindel zu geraten, aber vor allem, Vielfalt in Gemeinschaft zu erfahren.

Programm

 
Kontakt
Universität Rostock
Christoph Behrens
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
an der Professur für Französische und Italienische Literaturwissenschaft
Institut für Romanistik
Tel.: 0049(0)381/498-4031
https://www.romanistik.uni-rostock.de/institut/mitarbeitende/wissenschaftliche-mitarbeitende/behrens-christoph/
christoph.behrens(at)uni-rostock(dot)de

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