Derecho de voz(s). (Dein) Recht auf Stimme.

Durch eine Kooperation der Universidad Complutense de Madrid („Género, Estética y Cultura Audiovisual“ (GECA) und der Institute für Romanistik der Universitäten Leipzig und Rostock konnte eine erstklassige Wanderausstellung anlässlich des Internationalen Frauentags nach Rostock geholt werden. Für die Ausstellung Derecho de voz(s). (Dein) Recht auf Stimme. hat der Fotograf Ricardo Pinzón Hidalgo 16 Schwarz-Weiß-Porträts von Frauen und LGBTQI*-Personen angefertigt. 16 Porträts und 16 Erzählungen sexueller Gewalt innerhalb des mehr als 50 Jahre andauernden bewaffneten Konfliktes, der die Geschichte Kolumbiens blutig gefärbt hat. Jede Fotografie wird von der Stimme, einer eigenen Erzählung, des jeweiligen Opfers begleitet. Sie zeigen auf, dass es ihr Recht ist, die Gewalt auszusprechen und anzuklagen. Die Ausstellung erzählt somit nicht nur von Gewalt, sondern von einer Hoffnung, einer Wende hin zur Selbsterzählung, die die Opfer nicht mehr primär als Opfer begreift, sondern sie zu Akteur*innen ihrer eigenen Befreiung werden lässt. Oftmals durch Unkenntnis der eigenen Rechte, Scham oder öffentliche Ignoranz verstummt, verschaffen Kampagne und Ausstellung den geschädigten Personen Zugang zu Gerechtigkeit, Sichtbarkeit und Öffentlichkeit sowie zur Wiedererlangung sozialen Rückhalts. Derecho de voz(s) lässt Bilder sprechen und verleiht gleichsam eine neue Stimme, das Erlebte zu artikulieren. Die Ausstellung kämpft für die gesamtgesellschaftliche Anerkennung sexualisierter Gewalt als Verstoß gegen die Menschenrechte und ihre Ahndung als Straftat auch außerhalb der spezifischen Situation in Kolumbien. Die Ausstellung wird am 06.03.2017 um 19 Uhr im Foyer des Rathauses der Hansestadt Rostock feierlich eröffnet. Neben kurzen Impulsvorträgen der Kurator*innen aus Madrid, Leipzig und Rostock, die in die Ausstellung einführen und ihren Entstehungsprozess beleuchten, gibt der abschließende Abendvortrag der Hispanistin* Sandra Hettmann (HU Berlin) mit dem Titel „Frauen*opfer. Frauen*rechte. Frauen*stimmen.“ einen Einblick in Hintergründe und Debatten, in und aus denen heraus die Ausstellung in Lateinamerika entstanden ist. Bis zum 10.03.2017 wird die Ausstellung im Rathaus zu besichtigen sein. Vom 11.03. bis 07.04.2017 werden die Porträts für einen weiteren Monat im Peter-Weiss-Haus ausgestellt sein. Im Rahmen des PolDo (Politischen Donnerstag) am 16.03. um 19 Uhr wird es nochmals die Möglichkeit geben, Details über Entstehung und Konzeption zu erfahren und sogar mit Aktivitist*innen der kolumbianischen Kampagne „El Derecho de voz(s)“, die die Ausstellung initiierten, ins Gespräch zu kommen. Am 07.04.2017 laden wir um 19 Uhr zur Finissage zu einem gemeinsamen Reflexionsgespräch mit Detailbetrachtungen ein. Die Stadt, die Universität und das Peter-Weiss-Haus Rostock stellen als historisch gewachsene Orte emanzipatorischer, sozialer und kultureller Bewegungen einen geeigneten Stopp der Wanderausstellung dar, nachdem sie bereits in Bogotá, Madrid und Leipzig zu besichtigen war. Die Rostocker Ausstellung ist eine Kooperationsveranstaltung der Gender / Queer AG und den Instituten für Romanistik der Universitäten Rostock und Leipzig sowie des Forschungszentrums „Género, Estética y Cultura Audiovisual“ der Universidad Complutense de Madrid, der Gleichstellungsbeauftragten der Hansestadt Rostock und dem Peter-Weiss-Haus e.V. Unterstützt wird die Ausstellung von der Gleichstellungsbeauftragen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und vom AStA der Universität Rostock.

 

https://www.uni-rostock.de/universitaet/vielfalt-und-gleichstellung/gender-und-queer-studien/gender-queer-ag/derechodevozdeinrecht/

 

Eintritt frei!

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Organisator

  • Gender / Queer AG und Institut für Romanistik der Universität Rostock

Veranstaltungsort

  • Rathaus der Hansestadt Rostock // Peter-Weiss-Haus

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