Vorweisungen aus der Zoologischen Sammlung

Deutschland ist sehr reich an Gewässern: Meeren und Seen, Weihern und Tümpeln, Flüssen und Bächen, Sümpfen und Mooren. Entnehmen wir den Gewässern Proben, z.B. mit einem Planktonnetz, dann finden wir ein Gewimmel von kleinen Organismen: Einzellern („Protista“) und kleinen Tieren (Metazoa). Unter den kleinen Tieren finden sich fast in jeder Probe kleine Krebse, z.B. Hüpferlinge (Copepoda) und Wasserflöhe (Cladocera). Daneben finden sich in großer Zahl Ciliaten (Ciliophora) und Rädertiere (Rotifera), die sich in der äußeren Morphologie und in der Lebensweise oft erstaunlich ähnlich sind.

Rädertiere (Rotifera) gehören zu den Urmündern (Protostomia) und sind näher mit den Plattwürmern (Plathelminthes) und etwas entfernter mit den Weichtieren (Mollusca) und den Ringelwürmern (Annelida) verwandt. Es sind über 2000 Rädertierarten wissenschaftlich beschrieben. Die meisten Arten der Rotifera sind kosmopolitisch, d.h. sie kommen dort vor, wo sie ihnen entsprechende Bedingungen vorfinden. Rädertiere haben fast alle Lebensbereiche erobert, vom Hochgebirge bis zu Tiefsee, von marinen und limnischen bis in terrestrische Bereiche hinein. Man findet Rädertiere im Pelagial (Plankton), Periphytal (zwischen Pflanzen) und im Benthal (am Boden). Sie haben unterschiedlichste Ernährungsgewohnheiten entwickelt und auf der Grundlage von nur etwa 1000 Körperzellen eine überraschend hohe morphologische und ökologische Diversität erreicht. Für den Mikroskopiker sind Rädertiere eine Herausforderung, aber auch ein ästhetischer Genuss. In dem Vortrag wird die die Morphologie und die Lebensweise vorgestellt, Fragestellungen der Phylogenie. Für Interessierte an der Licht- und Elektronenmikroskopie wird es praktische Hinweise zum Sammeln, Bestimmen und Präparieren von Rädertieren und anderen kleinen Organismen geben.   

Die Veranstaltung ist öffentlich.

Kontakt:
Allgemeine & Spezielle Zoologie
Institut für Biowissenschaften
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät (MNF)
Universität Rostock
Tel.: +49 381 498-6261

Veranstaltungsort

  • Universitätsplatz 1, Hörsaal 323 (Universitätshauptgebäude)

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