Gefärhdungsbeurteilung psychischer Belastungen - Zyklus 2019 - 2023

Herzlich willkommen auf der Übersichtsseite zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen im Zyklus 2019 - 2023. Im Folgenden finden Sie alle Informationen zu den einzelnen Schritten und Maßnahmen.

Rechtsgrundlage

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen ist zumindest explizit seit 2013 Teil der gesamten Gefährdungsbeurteilung nach §5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG).

Wie bei allen anderen Gefährdungsfaktoren auch, reicht allerdings die bloße Beurteilung nicht aus, sondern es ist ebenso eine weiterführende Dokumentation gefordert, die Auskunft über die angeleiteten und umgesetzten Maßnahmen sowie deren Wirkung (Evaluation) gibt (§6 ArbSchG). Aus diesem Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung und Adaption ergibt sich, dass die Gefährdungsbeurteilung, insbesondere der psychischen Belastungen, nie abgeschlossen ist und zyklisch wiederholt werden muss.

Weiterführende Informationen erhalten Sie bspw. auf den Seiten der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie.

Schritt 1: Analyse

Ausgangspunkt des gesamten Zyklus ist die Ermittlung der psychischen Gefährdungssituation mit Hilfe geeigneter Methoden und Instrumente. 

An der Universität Rostock erfolgt dies zentral über die Beschäftigtenbefragung mit dem Bielefelder Fragebogen und ist damit auch im kommenden Zyklus noch Teil des bundesweiten Forschungsprojektes "Gesund und sicher an Hochschulen mit dem Bielefelder Verfahren - Belastungen analysieren - Maßnahmen evaluieren - Prävention sichern", gefördert und finanziert durch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (zur Projektbeschreibung) und umgesetzt an der Universität Bielefeld in Kooperation mit dem Institut Salubris.

Für die Sicherstellung der Anonymität und Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung hat das Universitäre Gesundheitsmanagement gemeinsam mit der Datenschutzbeauftragten ein ausführliches Datenschutzkonzept für die Befragung erarbeitet, welches Sie hier nachlesen können.

Die Befragung findet online vom 7. Januar bis 25. Februar 2019 statt. Zu folgenden Themenblöcken können Angaben gemacht werden:

1. Allgemeine Arbeitssituation

2. Führungskultur

3. Kultur der Zusammenarbeit

4. Kultur im unmittelbaren Arbeitsbereich

5. Kultur in der Fakultät / zentralen Einrichtung

6. Kultur in der Hochschule

7. Digitalisierung

8. Veränderungen von Prozessen und Aufgaben

9. Diversität / Diskriminierung

10. Qualität der Arbeit

11. Arbeitszufriedenheit, Engagement und Bindung

12. Gesundheit

Die Analysephase wird anschließend abgeschlossen durch die Auswertung (21.2. - 15.3.2019) und Detailanalyse (28.2. - 28.3.2019) der Befragungsergebnisse sowie deren zentralen sowie dezentralen Präsentation (ab 8.4.2019).

Schritt 2: Maßnahmenableitung und - umsetzung

Ab etwa Juni 2019 folgt dann zunächst die Ableitung spezifischer Maßnahmen auf Grundlage der Auswertung und Detailanalyse. Diese Maßnahmenableitung findet auf zwei Ebenen statt: 

1. zentral: bei übergreifenden Themenblöcken (bspw. Kultur in der Hochschule) werden im Rahmen des Lenkungskreises URgesund wie nach der Befragung 2014 übergreifende Maßnahmen identifiziert und festgelegt.

2. dezentral: da wir bei dieser Befragung auch bereichsspezifisch auswerten wollen, ist bei ausreichendem Rücklauf und auf Wunsch der jeweiligen Leiter*innen vor allem die individuelle und partizipative Ableitung von Maßnahmen gemeinsam in den Bereichen mit den dort tätigen Beschäftigten im Rahmen von Workshops angedacht und wünschenswert.

In beiden Fällen ist es wichtig, dass die abgeleiteten Maßnahmen in Form smarter Ziele formuliert werden, um so den Umsetzungs- und Wirkungsgrad im Rahmen der Evaluation (Schritt 3) genau zu beschreiben bzw. einschätzen zu können

Schritt 3: Evaluation

Wie im Teil der Rechtsgrundlagen ausgeführt, gehört nicht nur die Analyse sowie Maßnahmenableitung und -umsetzung zur gesetzlichen Pflicht im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung, sondern auch die Dokumentation über die Umsetzung und Wirksamkeit der vormals abgeleiteten Maßnahmen.

Ab Q1 2023 werden daher erneut alle abgeleiteten Maßnahmen zunächst auf ihre reine Umsetzung hin evaluiert (Prozessevaluation) und geschaut, was gut lief, wo es Probleme in der Umsetzung gab und was mögliche Gründe dafür gewesen sind. 

Die Prozessevaluation kann dabei erste Hinweise und Erklärungsansätze für mögliche Daten der darauf erneut folgenden Beschäftigtenbefragung liefern, die im Zusammenhang mit der Evaluation der Ergebnissevaluation dient.

Während die Prozessevaluation also danach schaut, ob die zuvor vereinbarten Maßnahmen umgesetzt wurden, schaut die Ergebnissevaluation danach, ob sich die damit gewünschten und beabsichtigten Effekte auch tatsächlich andeuten und erkennen lassen. 

Insofern ist der Übergang zum nächsten Zyklus der Gefährdungsbeurteilung (2024 - 2028) fließend, da die Beschäftigtenbefragung sowohl Teil der Evaluation des einen als auch Analyse des anderen Zyklus ist.