Marina Hethke

Aha-Erlebnisse und Anerkennung

48 Jahre alt, 20 Jahre Berufsalltag mit Schwerpunkt Bildung – und keinerlei pädagogische Ausbildung. Das war die Ausgangslage, als ich mich 2005 entschloss, noch einmal ein Studium aufzunehmen. Ein Studium, welches endlich die fehlenden pädagogischen Kenntnisse liefern und mich auch formal für das qualifizieren sollte, was ich beruflich Tag für Tag zu tun hatte. Eine Internetrecherche führte mich zum Masterstudiengang „Umwelt & Bildung“ in Rostock. Die erste Veranstaltung habe ich mit sehr gemischten Gefühlen und vielen Fragen im Gepäck besucht: „Reichen meine Kraft und meine Zeit neben der Arbeit für ein Fernstudium aus?“ „Bin ich vielleicht zu alt zum „Lernen“ als Studentin?“ „Wer und wie sind die anderen?“ „Bringt es überhaupt etwas?“.

All dies löste sich schon nach kurzer Zeit in Freude an den Themen, anregenden Veranstaltungen und angenehmen Kontakten zu den Mitstudierenden auf. Vor den Klausuren und vor allem zur Zeit der Masterarbeit habe ich mich allerdings manches Mal gefragt, warum ich mir den Stress antue… Zusammenfassend kann ich heute sagen: weil es mich weiter gebracht hat! Ich habe die Entscheidung für das Studium nicht bereut. Es hat inhaltlich meine über die Jahre erworbenen praktischen Erfahrungen mit den theoretischen Grundlagen verknüpft, es hat mich gezwungen, mich mit aktuellen Themen intensiv auseinanderzusetzen. Zudem hat es mir zahlreiche „Aha-Erlebnisse“ verschafft und große Anerkennung im Familien- und Freundeskreis. Und im Berufsalltag? Es gab erwartungsgemäß keine Höhergruppierung, aber es gibt seither gute neue Kontakte, zwei Publikationen, drei Vorträge, die Auszeichnungen der Bildungsarbeit als „Dekadeprojekt Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und ein neues Selbstbewusstsein, wenn es um pädagogische Fragen geht!

 

Marina Hethke, Dipl. Ing. agr./MA Umwelt & Bildung

Witzenhausen