Der Film beschäftigt sich mit Fragen von Eigentum, Gemeinwohl und Mitgestaltung in touristisch geprägten Regionen. Der Regisseur des Films, Christoph Eder, wandte sich vor der anschließenden Diskussion per Videobotschaft an das Publikum. Darin betonte er insbesondere die Bedeutung kommunalpolitischen Engagements und die Möglichkeiten, Entwicklungen auf lokaler Ebene aktiv mitzugestalten.
Mit den Podiumsgästen Tim Sillack, Koch, Gastronom und Unternehmer mit Projekten in Cottbus und Wustrow, sowie Fabio Moriondo, Experte für natur- und erlebnisorientierte Bildungsangebote, diskutierte das Publikum im Anschluss über Tourismus, regionale Entwicklung und Nutzungskonflikte in Mecklenburg-Vorpommern.
Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie touristische Entwicklung gestaltet werden kann, ohne die Lebensqualität vor Ort zu beeinträchtigen. Themen wie Wohnraummangel, saisonale Abhängigkeiten, Verantwortung von Unternehmen und die langfristige Entwicklung von Gemeinden spielten dabei eine wichtige Rolle. Sillack plädierte dafür, Tourismus nicht allein an wirtschaftlichen Kennzahlen zu messen. Entscheidend sei, ob Investitionen und Projekte langfristig einen Beitrag für die Region leisten und den Ort auch für diejenigen lebenswert halten, die dort wohnen und arbeiten.
Moriondo betonte die Bedeutung von Naturerfahrungen für Kinder und Jugendliche. Wer früh positive Erfahrungen in der Natur mache, entwickle oft auch ein stärkeres Bewusstsein für Umwelt und Gemeinwohl. Dies sei eine wichtige Grundlage für nachhaltige Entscheidungen in der Zukunft.
Die Fragen und Anmerkungen aus dem Publikum griffen viele der Themen des Films auf und erweiterten die Diskussion. Dabei ging es unter anderem um die Grenzen touristischen Wachstums, die Rolle kommunaler Entscheidungen sowie die Frage, wie wirtschaftliche Entwicklung und Gemeinwohl besser miteinander in Einklang gebracht werden können. Mehrfach wurde betont, dass politische Entscheidungen vor Ort konkrete Auswirkungen auf die Entwicklung von Gemeinden haben und dass demokratische Beteiligung dabei eine wichtige Rolle spielt.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass die im Film dargestellten Herausforderungen nicht auf das Ostseebad Göhren beschränkt sind. Viele der angesprochenen Fragen finden sich auch in anderen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns wieder und lassen sich darüber hinaus in vielen touristisch geprägten Küstenregionen Europas und weltweit beobachten. Gerade dieser Zusammenhang zwischen lokalen Erfahrungen und größeren gesellschaftlichen Entwicklungen prägte die Diskussion des Abends.
Im Anschluss an die Veranstaltung stand der Dokumentarfilm Studierenden und Mitarbeitenden aller EU-CONEXUS-Partneruniversitäten eine Woche lang mit englischen Untertiteln online zur Verfügung. So konnte der in Rostock angestoßene Austausch über die Allianz hinweg fortgeführt und gemeinsame Herausforderungen sowie nachhaltige Lösungsansätze für Europas Küstenregionen weiter diskutiert werden.
Autorin: Janine Marschner



