Die GFUR lobt jährlich die Joachim-Jungius-Förderpreise für die besten Doktorarbeiten aus, die in den letzten beiden Jahren an der Universität Rostock verteidigt wurden. In diesem Jahr wurden zwölf Dissertationen aus sieben Fakultäten für den Preis vorgeschlagen. Alle nominierenden Arbeiten tragen das Prädikat summa cum laude.
Bei der Auswahl der auszuzeichnenden Dissertationen berücksichtigte die Jury, bestehend aus sieben Professorinnen und Professoren, neben dem rein wissenschaftlichen Niveau auch die Bearbeitungsdauer der Dissertation, die Internationalität der Forschung, die Verwertung der Ergebnisse (Vorträge, Publikationen, Patente etc.), die Interdisziplinarität der Arbeit, die gesellschaftliche Relevanz sowie den Beitrag der Arbeit zur Reputation der Universität Rostock.
In diesem Jahr werden drei mit je 2.000 Euro dotierte Joachim-Jungius-Förderpreise der Universität Rostock an eine Nachwuchswissenschaftlerin und zwei Nachwuchswissenschaftler verliehen:
Helen Warnat, Philosophische Fakultät
„Aischylos‘ Orestie in der Schule. Eine rezeptionsgeschichtlich fundierte Neurezeption unter Berücksichtigung fachdidaktischer Aspekte“
Helen Warnat verbindet philologische Präzision, historische Tiefenschärfe und ästhetisches Urteilsvermögen mit einer originellen und überzeugend begründeten Neuinterpretation der Orestie, die der Forschung ebenso wie der schulischen Vermittlung neue Perspektiven eröffnet. Besonders hervorzuheben ist ihre Fähigkeit, komplexe fachwissenschaftliche Erkenntnisse in einer Weise aufzubereiten, die sowohl Spezialisten als auch Lernenden einen unmittelbaren Zugang zu Aischylos ermöglicht. Die Dissertation stellt ein Musterbeispiel methodischer Sorgfalt, interpretatorischer Eigenständigkeit sowie argumentativer Stringenz dar und erbringt so einen nachhaltigen Beitrag zur Aischylos-Forschung.
Dr. Serge Alindekon, Fakultät für Agrar, Bau und Umwelt
„TAG 'N' TRACK - Enhancing poultry research through RFID technology: implementation and computer-assisted validation
Die Arbeit adressiert ein zentrales, bislang unzureichend gelöstes Problem der automatisierten Lokalisierung und Verhaltensbeobachtung in der Geflügelforschung – die fehlende valide und biologisch fundierte Interpretation von Sensordaten im Haltungssystemen. Dr. Serge Alindekon analysiert kritisch RFID-Tracking-Technologien in der Geflügelforschung und zeigt, dass Anwesenheit an Ressourcen nicht zwangsläufig deren Nutzung widerspiegelt. Ein wichtiger Beitrag zur methodischen Fundierung automatisierter Datenerfassung in der Tierverhaltensforschung.
Matthias Fromm, Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik
“From Air to Water – Translating Active Flow Control Technology for Maritime Applications”
Matthias Fromm widmet sich in seiner Arbeit der Erforschung von Aktuatoren für die aktive Strömungskontrolle. Im Fokus stehen sogenannte fluidische Oszillatoren. Fromm demonstriert neuartige Aktuatorik für die aktive Strömungskontrolle in maritimen Systemen und eröffnet neue Wege zur Effizienzsteigerung und Emissionsreduktion. Während die Funktionsprinzipien für aerodynamische Anwendungen vergleichsweise gut verstanden sind, konnte Matthias Fromm erstmals zeigen, dass die Mechanismen in Wasser fundamental anders ablaufen. Die Arbeit kombiniert Prototyp-Entwicklung mit umfassenden Grundlagenuntersuchungen.
Die Preisverleihung findet im Rahmen der Akademischen Festveranstaltung statt, die am 3. Juli 2026 um 14 Uhr in der Universitätskirche Rostock beginnt.
Den Festvortrag zum Thema „Traditio et Innovatio: Genderaspekte und andere bildungsrelevante Gründe, warum wir antike Klassiker heute neu lesen müssen.“ wird Dr. Helene Warnat halten.
Kontakt:
Dr. Wolfgang Peters
Gesellschaft der Förderer der Universität Rostock e. V. (GFUR)
wolfgang.petersuni-rostockde



