Rostocker Forschungsteam für Entwicklung vernetzter Geräte ausgezeichnet

GenerIoT Partner bei der ITEA Awards of Excellence Verleihung in Istanbul. Foto: ITEA Office

Auszeichnung für internationale Spitzenforschung aus Rostock: Das europäische Forschungsprojekt GenerIoT (Generating and Deploying Lightweight, Secure and Zero-overhead Software for Multipurpose IoT Devices) ist in Istanbul mit dem ITEA Award of Excellence 2026 in der Kategorie Collaboration ausgezeichnet worden. Gewürdigt wird die Zusammenarbeit von 19 Partnern aus Wissenschaft, Industrie und Mittelstand aus Deutschland, Finnland, Österreich und Portugal.

Ziel des Projekts war es, die Entwicklung vernetzter Geräte und Systeme zu vereinfachen und zu beschleunigen. Solche Systeme verbinden beispielsweise Geräte, Sensoren und Software und müssen zuverlässig kommunizieren sowie langfristig aktualisiert und gewartet werden. Bislang werden Hardware, Software und Kommunikation häufig getrennt entwickelt, was Anpassungen aufwendig macht.

Ein gemeinsamer Ansatz für vernetzte Systeme
GenerIoT setzt auf automatisierte Prozesse über den gesamten Entwicklungs- und Wartungszyklus. Herzstück ist ein modellbasierter Systems-Engineering-Ansatz (MBSE): Ein gemeinsames, modular aufgebautes Modell bildet die Grundlage für Entwicklung, Test und Wartung. Daraus kann ein Programmcode automatisiert erzeugt werden. Das reduziert den manuellen Aufwand und hält Systementwurf und Software konsistent.

Die enge Zusammenarbeit der 19 Partner war dafür entscheidend. Bereits zu Projektbeginn verständigte sich das Konsortium auf SysML 2.0 als gemeinsame Modellierungssprache. Auf dieser Basis entstanden Methoden, Werkzeuge und Demonstratoren für unterschiedliche Anwendungsfelder. Diese Zusammenarbeit wurde mit dem ITEA Award of Excellence for Collaboration gewürdigt.

Virtuelle Prototypen aus Rostock
Einen maßgeblichen Beitrag leistete das Institut für Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik (IMD) der Universität Rostock. Für den sogenannten GenerIoT-DevOps-Prozess entwickelte das Institut ein spezialisiertes Simulations-Framework.

Damit kann bereits während der Entwicklung dieselbe Software in einer detailgetreu nachgebildeten Netzwerkumgebung ausgeführt werden, die später auf dem realen System zum Einsatz kommt. So lassen sich schwierige Einsatzbedingungen, etwa Störungen in stark ausgelasteten Funkbändern, frühzeitig und realitätsnah untersuchen.

Die mit diesen sogenannten virtuellen Prototypen gewonnenen Simulationsergebnisse können automatisiert in den Entwicklungsprozess zurückfließen. Dadurch lassen sich Architekturentscheidungen bereits vor dem Einsatz auf realer Hardware überprüfen und komplexe Systeme schneller und umfassender testen.

Ergebnisse für Industrie und Forschung
Die Ergebnisse von GenerIoT wirken über das Projektende hinaus. Mehrere Industriepartner haben Entwicklungen bereits in marktreife Produkte und gewerbliche Plattformen überführt. Zentrale Technologien wurden zudem als Open Source veröffentlicht und fließen in die weitere Etablierung von SysML 2.0 ein.

Auch die Zusammenarbeit der Partner wird fortgesetzt. Aufbauend auf den entwickelten Methoden und Plattformen wollen sie die automatisierte Entwicklung vernetzter Systeme weiter vorantreiben – künftig unter anderem im Zusammenspiel mit Methoden der generativen Künstlichen Intelligenz.

Projektförderung
Das Projekt GenerIoT wurde im Rahmen von ITEA gefördert. ITEA bringt eine große internationale Community zusammen und ermöglicht die Zusammenarbeit in geförderten Projekten, die innovative Ideen in neue Geschäftsmöglichkeiten, Arbeitsplätze, wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlichen Nutzen überführen.
Mehr Infos unter: www.itea4.org 

Finanziell unterstützt wurde das Projekt durch die FFG, Business Finland, das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie die ANI – Agência Nacional de Inovação.

Kontakt:
Fakultät für Informatik und Elektrotechnik der Universität Rostock
Institut für Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik
M.Sc. Benjamin Beichler / Dr. Frank Golatowski
Tel.: +49 381 498-7278 / +49 381 498-7250
benjamin.beichleruni-rostockde / frank.golatowskiuni-rostockde

Presse- und Kommunikationsstelle der Universität Rostock
Lea-Marie Kenzler
Tel.: +49 381 498-1029
lea-marie.kenzler@uni-rostock.de


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