Wellenlänge Wissenschaft ON TOUR. Was bleibt? Jüdisches Leben zwischen Heimat, Verfolgung und Erinnerung

„Die Ausgabe unterscheidet sich bewusst von früheren Veranstaltungen der Reihe: Statt verschiedener Forschungsthemen steht jüdisches Leben - zwischen Heimat, Verfolgung und Erinnerung im Mittelpunkt; ein Thema, das gerade heute in Deutschland besondere Aufmerksamkeit verdient. Dazu verbinden wir geistes- und religionswissenschaftliche Perspektiven mit persönlichen Geschichten aus Rostock und Musik“, sagt Anja Thomanek vom Verein [Rostock denkt 365°].

Steffi Katschke vom Max-Samuel-Haus gibt Einblicke in die Geschichte des Ghettos Theresienstadt. Sie erinnert an den Rostocker Straßenbahndirektor Richard Siegmann und seine Frau Margarete, die dort an den Folgen der katastrophalen Lebensbedingungen starben. Eine aktuelle Ausstellung im Haus zeichnet ihr Leben nach.

Prof. Volker Ahmels vom Zentrum für Verfemte Musik der hmt Rostock gibt eine Einführung in die in der Zeit des Nationalsozialismus geächtete Musik jüdischer Künstler und erläutert, wie sie heute wieder ins Bewusstsein gerückt werden. Die Studierenden Lora Vangelova (Gesang) und Antonio Cicala (Klavier) bringen Werke von der verfemten Musiker Viktor Ullmann und Gideon Klein zu Gehör.

Einen wissenschaftlichen Blick auf Heimat und Zugehörigkeit eröffnet Prof. Soham Al-Suadi von der Universität Rostock. In ihrem Vortrag „Wo Zugehörigkeit wohnt. Das Haus als Ort religiöser Identität“ beschreibt sie Häuser als Räume, in denen Menschen Gemeinschaft und religiöse Identität entwickeln. Sie spannt den Bogen vom antiken Judentum bis zur Rostocker Familie Siegmann und fragt, was bleibt, wenn Menschen ihre Häuser verlassen müssen, ihre Erinnerungen aber weitertragen.

Weitere Informationen unter: www.rostock365.de  

Kontakt
Rostock denkt 365° e.V. 
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