Digitales Bildungspaket Rostock Lichtenhagen 1992

Digitales Bildungspaket Rostock Lichtenhagen 1992

Muktiperspektivische Zugänge zu einem zentralen Ereignis der Transformationszeit

Ein Mob, der tagelang vor einem DDR-Wohnblock mit Sonnenblumenfassade Hassparolen skandiert. Hunderte Menschen, die Steine, Flaschen und Molotowcocktails auf eine Asylaufnahmestelle werfen. Ein Wohnheim vietnamesischer Arbeitskräfte, das gestürmt und in Brand gesteckt wird, während sich die Eingeschlossenen in letzter Sekunde über das Dach retten können. Und eine Polizei, die der Gewalt nächtelang keinen Einhalt gebieten kann: 1992 gehen Bilder aus Rostock-Lichtenhagen um die Welt. Sie markieren den größten Ausbruch pogromartiger rassistischer Gewalt in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die Ereignisse vom 22. bis 26. August 1992 bilden den Höhepunkt jener Gewaltphase, die Deutschland zu Beginn der 1990er Jahre prägte. Diese kann als extremer Ausdruck des gesellschaftlichen Ringens darüber verstanden werden, wie offen die Gesellschaft nach der Wiedervereinigung gegenüber Flüchtlingen und Einwanderung sein wollte, wie tolerant gegenüber marginalisierten Gruppen und wie demokratisch im Umgang mit gesellschaftlichen Konflikten.

 

TERMIN
flexibel, Start ist jederzeit möglich

KURSART
Bildungspaket mit 3 Onlinekursen 

KOSTEN
kostenfrei

UMFANG

 

SPRACHE
deutsch

Inhalte

1. Rostock-Lichtenhagen 1992
2. Begegnungen mit Rostock-Lichtenhagen 1992 – Erinnerungen in der Stadt (in Kürze verfügbar)
3. Politische Bildung im Schwerpunkt Lernen

Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an alle Interessierten, die ihr Wissen über die Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen 1992 vertiefen und deren Bedeutung für die deutsche Migrations-, Demokratie- und Erinnerungsgeschichte verstehen möchten.

Lehrende

Kurs 1: Rostock-Lichtenhagen 1992 - Dr. Gudrun Heinrich, Institut für Politik und Verwaltungswissenschaften. 

Kurs 2:  Begegnungen mit Rostock-Lichtenhagen 1992– Erinnerungen in der Stadt - Prof. Dr. Oliver Plessow, Historisches Institut. 

Kurs 3: Politische Bildung im Schwerpunkt Lernen - Sandra Eichstädt, Prof. Dr. Sven Basendowski,Institut für Sonderpädagogische Entwicklungsförderung und Rehabilitation (ISER)

Im Kurs „Rostock-Lichtenhagen 1992“ werden die Ereignisse aus der Perspektive der Asylbewerber:innen, der vietnamesischen Vertragsarbeitnehmenden sowie weiterer Zeitzeug:innen beleuchtet. Ausgangspunkt dieses Kurses mit einem Schwerpunkt in der Politischen Bildung ist Pedro Stoichitas Graphic Novel „Lichtenhagen 1992“, die im Rahmen des fächerübergreifenden Projekts der Universität Rostock entstand.

Im Kurs „Begegnungen mit Rostock-Lichtenhagen 1992 – Erinnerungen in der Stadt“ kommen Menschen aus Rostock zu Wort, die die Ereignisse im Sommer 1992 in der Stadt miterlebt haben. Grundlage hierfür sind elf Interviews mit dreizehn Befragten, die im Laufe des Jahres 2025 in Rostock geführt wurden. Zugleich führt der Kurs in die Chancen und Herausforderungen des Umgangs mit Zeitzeugenschaft ein. 
 

Die sonderpädagogische Perspektive steht im Kurs “Politische Bildung im Schwerpunkt Lernen”  im Mittelpunkt. Welche Herausforderungen haben Menschen mit dem Förderschwerpunkt Lernen zu bestehen und wie kann Lernen – der historisch-politischen Bildung“ für diese Gruppe gestaltet werden. Hierbei werden Grundlagen der Pädagogik bei Beeinträchtigungen des Lernens vermittelt und am Beispiel der Umsetzung in der Graphic Novel verdeutlicht.