Aufgrund der aktuellen Situation mussten die Thementage Antisemitismus im April leider abgesagt werden. Nachholtermine für November werden aktuell mit den Referierenden abgesprochen. 

Thementage Antisemitismus

vom 03. bis 27. April 2020 an der Uni Rostock

Im April 2020 finden an der Universität Rostock die Thementage Antisemitismus statt – denn 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz stellen antisemitische Straftaten und Einstellungen noch immer ein Problem dar. Durch die Thematisierung von Antisemitismus möchten das Vielfaltsmanagement und der AStA zu einer Hochschulkultur beitragen, in der Toleranz und Weltoffenheit unverzichtbare Werte sind. Die Thementage sollen den Angehörigen der Universität Rostock sowie der interessierten Öffentlichkeit eine Möglichkeit bieten, sich mit diesem gesellschaftlich relevanten Thema auseinanderzusetzten. In unterschiedlichen Formaten werden lokale, überregionale und kulturelle Bezüge hergestellt sowie auf historische und zeitgenössische Formen des Antisemitismus eingegangen.

Stadtrundgang: Jüdisches Leben in Rostock während des 2. Weltkrieges

03.04. // 15:00 – 17:00Uhr // Treffpunkt vor dem Peter Weiß Haus, Doberaner Str. 21

Der Stadtrundgang führt zu ausgewählten Gedenkorten und Mahnmalen, die im Zusammenhang mit jüdischem Leben in Rostock während des Nationalsozialismus stehen. Es werden die (teils persönlichen) Geschichten hinter den Orten erkundet und historische Spuren in der Hansestadt sichtbar gemacht.

Workshop: „Vor Antisemitismus ist man nur auf dem Monde sicher“ - Ein Workshop zu Antisemitismuskritik in autoritären Zeiten

17.04. // 10:00-14:00Uhr // Ulmenstr. 69, Haus 1, R. 024 (barrierefrei erreichbar)

Die Bundesrepublik hat aus ihrer Geschichte gelernt und Antisemitismuskritik ist Staatsräson. Trotzdem oder vielleicht gerade wegen dieser vermeintlichen Wahrheit steht es schlecht um Positionen, die Antisemitismus als das benennen, was er ist und die Verhältnisse kritisiert in denen er immer wieder entsteht. Der politische Islam gewinnt an Einfluss, während alte und neue Faschisten entweder eine „erinnerungspolitische Wende“ fordern oder gleich selbst zur Waffe greifen. Gleichzeitig haben weite Teile der politischen Linken kaum einen Begriff, der dem Phänomen etwas entgegensetzen könnte.

Gemeinsam wollen wir in diesem Workshop diskutieren und vielleicht streiten, um anhand von aktuellen antisemitischen Beispielen einen Begriff zu finden, der tragfähig ist und nicht selbst ins menschenverachtende oder verschwörungsideologische abdriftet.

Vortrag: Antisemitismus und Antifeminismus im Rechtsterrorismus

23.04. // 18:00 Uhr // Ulmenstr. 69, Haus 1, SR 025 (barrierefrei erreichbar)

Antisemitische und antifeministische Ressentiments sind sowohl eng miteinander als auch mit einer verschwörungsideologischen Weltsicht verknüpft. Sie treten ineinander verschränkt auf, transportieren und ergänzen sich wechselseitig. Feminismus „verweibliche“ die Männer, verwehre den Frauen ihre natürliche Bestimmung, „frühsexualisiere“ die Kinder und gefährde dadurch das Wohl des „deutschen Volkes“ - so verlautbaren rechte Gruppen, Parteien und Attentäter. Im virtuellen Raum beschreiben verschwörungsideologische Blogs und Websites den Feminismus als Herrschaftsinstrument der „jüdischen Elite“, das zur Schwächung und letztlich zur Vernichtung des „deutschen Volkes“ eingesetzt werde.

Der Vortrag zeichnet die Verschränkungen von Antisemitismus und Antifeminismus, insbesondere im Rechtsterrorismus, nach. Er wird in Kooperation mit der AG Gender und Queer Studien der Uni Rostock organisiert und ist Teil des Programms der Langen Nacht der Wissenschaft.

Argumentationstraining gegen Antisemitismus

24.04. // 9:00 – 17:00Uhr // Global Café, Parkstr. 6, R 220*

Ziel des Trainings ist der Erwerb von Argumentations- und Handlungskompetenzen in der Auseinandersetzung mit antisemitischen Einstellungen. Trainiert wird die Fähigkeit, solche Tendenzen und Einstellungen zu erkennen sowie argumentativ zu widerlegen. Wir möchten insbesondere Lehrämtler*innen und Dozierende animieren, sich durch die Teilnahme praktische Handlungsstrategien für den (späteren) beruflichen Alltag anzueignen. Generell sind selbstverständlich alle Interessierten zu dem Training eingeladen, um zivilgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und antisemitischen Äußerungen entschlossen entgegenzutreten zu können.

Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Um eine Anmeldung bis zum 15. April 2020 bei karolin.hansen2uni-rostockde wird daher gebeten.

*Leider sind nicht alle Räume an der Universität Rostock barrierefrei zugänglich. Assistenzbedarf kann bei der Anmeldung angegeben werden.

Vortrag: Antisemitismus im Deutschrap

27.04. // 17:00Uhr // Ulmenstr. 69, Haus 1, SR 024 (barrierefrei erreichbar)

Hip-Hop ist derzeit nicht nur die einflussreichste Jugendkultur in Deutschland, sondern erlaubt durch die ihm innewohnenden Mechanismen einen Blick in Teile der Gesellschaft, die sich der bürgerlichen Wahrnehmung oft entziehen. Dabei hat Deutschrap spätestens seit den vergangenen zehn Jahren in Teilen seinen Underground-Status verloren und ist im Mainstream angekommen. Dass seitdem verstärkt auch antisemitische Tendenzen in dieser Subkultur diskutiert werden, macht sichtbar, was gern kaschiert wird.

Der Vortrag wirft einen Blick auf zeitgenössischen, deutschen Rap und will die Frage beantworten, ob Antisemitismus darin Randphänomen ist oder konstituierendes Element sein kann.


Ausschlussklausel

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die radikal-rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.