MARE BALTICUM FELLOWS AN DER UNIVERSITÄT


Im Zentrum des Mare Balticum Fellowship Programms steht die Förderung der Internationalität an der Universität Rostock. Über das Programm können jährlich mindestens vier Wissenschaftler*innen (sog. Fellows) für einen Gastaufenthalt von maximal drei Monaten an die Universität Rostock eingeladen werden (zur Ausschreibung).

Fellows bringen mit Ihrem Besuch nicht nur ihre wissenschaftliche Expertise mit an die Universität Rostock sondern tragen auch zur Auseinandersetzung mit Querschnittsthemen wie Interkulturalität, Interdisziplinarität sowie Diversität bei.

Insbesondere im Zusammenhang mit der Nachwuchsförderung stellt der Kontakt zwischen Fellows und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der frühen Phase ihrer akademischen Tätigkeit ein wichtiges Element in der Ausbildung  ihres Kompetenzportfolios dar. Die Auseinandersetzung mit Querschnittsthemen befähigt den wissenschaftlichen Nachwuchs zur Herausarbeitung eines eigenen Bewusstseins für Chancen und Herausforderungen der jeweiligen Thematik. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erweitern ihren persönlichen Bezug zur situativen Bedeutsamkeit ihres eigenen Handelns und werden ermutigt über ihre eigenen Werte und Tugenden hinaus auf konkrete situative Herausforderungen kompetenzorientiert zu reagieren. 


Bevorstehende Veranstaltungen mit PD Dr. Karen Struve, Mare Balticum Fellow

Forschungsvorhaben: Narrative der Angst

Mare Balticum Fellow PD Dr. Karen Struve (Technische Universität Dresden), Zeitaum: April bis November 2021, gastgebende Wissenschaftlerin: Prof. Dr. Stephanie Wodianka

Die Rede vom „Narrativ“ hat in den letzten Jahren eine erstaunliche Konjunktur erfahren: Das Narrativ ist nahezu omnipräsent in politischen, gesellschaftlichen und öffentlichen Debatten innerhalb und außerhalb der academia. Müller-Funk konstatierte jüngst dazu: „Narrative findet sich nahezu überall, auf der Couch des Psychoanalytikers, in den Denkfabriken der Politikberatung, im Bereich der Kulturanalyse, in der Oral History und überhaupt im Lebensalltag.“ (Müller-Funk 2019). Die Begriffskarriere vom literaturwissenschaftlichen Adjektiv zu einem politisierten und kulturanalytischen Subjektiv ist Ausgangspunkt des vorliegenden Vorhabens, das die theoretische, methodologische und empirische Analyse und Ausdifferenzierung des Konzepts zum Ziel hat. Was ist „ein Narrativ“? Was ist es im Gegensatz zum Diskurs, zur Rhetorik, zu Meinung(smache), ideologischer Manipulation oder ökonomischem Storytelling?

Das Konzept des Narrativs soll als Scharnierkonzept die Verfahren und Formen des Erzählens mit Strategien diskursiver oder kommunikativer Macht verbinden und in einen wechselseitigen Reflexionszusammenhang bringen. Inwiefern wird Macht erzählt? Und welche machtvollen Produktions-, Text- und Rezeptionsverfahren entstehen bei Erzählungen?

Im Zentrum der rezenten Narrative stehen zumeist Krisenerfahrungen, die affektiv aufgeladen sind und die mit Artikulationen von Angstempfindungen einhergehen. Ob Klimaangst, Internet- und Technologieangst, ob Angst vor „Flüchtlingswellen“, Bildungspanik oder die Ängste in der aktuellen Pandemie: Der öffentliche Diskurs in den Medien, aber auch die geisteswissenschaftliche Forschung bietet ein weites Feld an Artikulationen und Untersuchungsfelder von Angst. Inwiefern diese Ängste kulturell kodiert und insbesondere narrativ konstruiert sind, steht im Zentrum der Forschungsfragen des Fellowships.

Im vorliegenden Forschungsvorhaben soll nach einem programmatischen Auftakt (Vortrag 1) eine transdisziplinäre Untersuchung von Angst-Narrativen vorgenommen werden, indem jeweils das Narrativ- und Angstkonzept theoretisch fundiert und aufeinander bezogen werden (Workshop 1 und 2) und für Textanalysen operationalisierbar fruchtbar gemacht werden (Workshop 3).

Folgende Veranstaltungen wird Frau PD Dr. Struve noch im weiteren Verlauf des Mare Balticum Fellowship Programms anbieten:


Kontakt:

PD Dr. Karen Struve
Technische Universität Dresden
Homepage: http://www.karenstruve.de/

Prof. Dr. Stephanie Wodianka
Universität Rostock
Homepage: https://www.romanistik.uni-rostock.de/institut/mitarbeitende/professoren-und-professorinnen/prof-dr-stephanie-wodianka/


Redaktion